«Fragen Sie den da»: Regierungschef lässt sich von Kartonfigur vertreten
Aktualisiert

«Fragen Sie den da»Regierungschef lässt sich von Kartonfigur vertreten

Kritische Fragen mag er nicht, so wirft Thailands Premier schon mal mit Bananenschalen. Jüngst sollten Journalisten einer Kopie von Prayuth Chan-ocha Fragen stellen.

Ungewöhnlich: Der thailändische Regierungschef lässt sich von einer Kartonfigur vertreten. Video: Tamedia/AFP

Der thailändische Regierungschef Prayuth Chan-ocha hat bei einer Pressekonferenz am Montag unter Journalisten für Kopfschütteln gesorgt. Nach einer Veranstaltung zum bevorstehenden Kindertag in Thailand nur eine kurze Stellungnahme ab, verabschiedete sich aber, bevor er zu drängenden politischen Problemen befragt werden konnte.

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«Wenn Sie irgendwelche Fragen zur Politik oder zu Konflikten stellen wollen, fragen Sie diesen Typen», sagte Thailands Regierungschef Prayuth Chan-ocha an einer Pressekonferenz. (8. Januar 2017)

«Wenn Sie irgendwelche Fragen zur Politik oder zu Konflikten stellen wollen, fragen Sie diesen Typen», sagte Thailands Regierungschef Prayuth Chan-ocha an einer Pressekonferenz. (8. Januar 2017)

AP/Tpbs
Damit verwies er auf den lebensgrossen Kartonaufsteller, den ein Mitarbeiter vors Mikrofon stellte.

Damit verwies er auf den lebensgrossen Kartonaufsteller, den ein Mitarbeiter vors Mikrofon stellte.

AP/Tpbs
Die Aktion sorgte bei den anwesenden Journalisten für Kopfschütteln.

Die Aktion sorgte bei den anwesenden Journalisten für Kopfschütteln.

epa/Stringer

Stattdessen brachte er eine Kartonfigur von sich mit. «Wenn Sie irgendwelche Fragen zur Politik oder zu Konflikten stellen wollen, fragen Sie diesen Typen», sagte er und zeigte auf den lebensgrossen Pappaufsteller. Er selbst verliess den Saal – zu Gelächter seines Presseteams.

Bananenschalen geworfen

Für Prayuth, der 2014 einen unblutigen Militärputsch in Thailand angeführt hatte und seither das Land regiert, ist es nicht die erste solche Aktion gegenüber Journalisten. Einmal warf er mit einer Bananenschale nach einem Kameramann, ein anderes Mal drohte er mit schroffem Humor, jeden Journalisten exekutieren zu lassen, der seine Regierung kritisiere.

Prayuth hat für den kommenden November wieder Wahlen in Thailand versprochen, in der Vergangenheit hatte er aber mehrfach solche angekündigte Termine wieder verschoben. (ap)

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