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NeuseelandRegierungschef zieht Frau an den Haaren

Der neuseeländische Premierminister hat eine Angestellte bei seinen Besuchen mehrfach am Pferdeschwanz gezogen. Jetzt musste er sich dafür entschuldigen. Hat er einen Fetisch?

John Key, Regierungschef von Neuseeland, entschuldigte sich persönlich bei der Café-Angestellten.

John Key, Regierungschef von Neuseeland, entschuldigte sich persönlich bei der Café-Angestellten.

Mit einer allzu bürgernahen Geste hat sich der neuseeländische Premierminister John Key gehörig in die Nesseln gesetzt. Wiederholt hat er in einem Café am Pferdeschwanz einer Angestellten gezogen. Am Mittwoch teilte sein Büro mit, er habe sich dafür entschuldigt. Das Ganze habe während Keys erfolgreicher Wiederwahlkampagne im vergangenen Jahr angefangen und sich bis Ende März fortgesetzt, schrieb die Betroffene in einem auf der Website «The Daily Blog» veröffentlichten Beitrag. Wenn Key das in der Nähe seines Hauses gelegene Café aufgesucht habe, habe er an ihren Haaren gezogen.

Beim allerersten Mal, schrieb sie, habe sie nichts gesagt, weil sie gedacht habe, Key versuche wahrscheinlich nur «verspielt und keck» zu wirken. Irgendwann habe sie dann seinen Bodyguards klargemacht, dass sein Verhalten ihr auf die Nerven gehe. Später sagte sie schon etwas entschiedener mehrmals «Nein» und versuchte sich mit erhobenem Finger zur Wehr zu setzen. Selbst seine Ehefrau Bronagh habe ihn aufgefordert, «das arme Mädchen in Ruhe zu lassen».

Als «lockere» Geste gemeint

Als auch das bei einem weiteren Besuch Keys nichts half, schlug sie gegenüber dem Regierungschef härtere Töne an. Er höre entweder damit auf «oder ich werde Sie tatsächlich bald schlagen», drohte sie. «Ich mochte das wirklich nicht», schilderte sie. «Ich fühlte mich hilflos und gepeinigt. Ich ging nach draussen und weinte frustriert.» Die Geschichte habe sie im Blog veröffentlicht, weil sie die Einzige sei, die das könne und Key daran erinnert werden müsse, dass er kein Gott, sondern ein Mensch sei, schreibt sie.

Schliesslich hatte Key ein Einsehen. Nach dem letzten Pferdeschwanzzieher kam er mit zwei Flaschen Wein aus seinem eigenen Weingut zurück und überreichte sie der Frau. «Die sind für Sie. Sorry. Ich hatte keine Ahnung», erklärte der 53-Jährige. Die Frau kommentierte die Geste umgehend in ihrem Blog: «Wirklich? Das war fast noch beleidigender als die Belästigung selbst.»

Ein Frauenhaarfetisch?

Trotz der Entschuldigung musste Key einiges an Kritik einstecken. Im Internet sorgte der Vorfall etwa unter dem Hashtag #ponytailgate im Kurznachrichtendienst Twitter für Aufsehen, Frauenrechtsgruppen zeigten sich empört. Sein Büro bemühte sich um Schadensbegrenzung. Der Premierminister und seine Frau suchten das Café regelmässig auf und unterhielten eine gute Beziehung zur Belegschaft. Sein Handeln sei als «lockere» Geste gemeint gewesen. Er habe nicht gewollt, dass sich die Frau dabei unwohl fühle.

Möglicherweise hat Neuseelands Permier einen Haar- oder Rossschwanz-Fetisch: Es ist nicht das erste Mal, dass Key sich an weiblichem Haar vergreift, wie untenstehender Tweet zeigt:

(sda)

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