Lungenliga empört: Regierungsräte rauchen im Büro
Aktualisiert

Lungenliga empörtRegierungsräte rauchen im Büro

Drei Zürcher Regierungsräte erlauben einander mit einer «humoristischen Urkunde», im Büro zu rauchen. Die Lungenliga findet das nicht lustig.

von
Marco Lüssi
Sie erklärten ihre Büros per «Urkunde» zu Raucherräumen: Die Regierungsräte Notter, Kägi und Hollenstein.

Sie erklärten ihre Büros per «Urkunde» zu Raucherräumen: Die Regierungsräte Notter, Kägi und Hollenstein.

Das Dokument hängt gerahmt am Arbeitsplatz des Regierungsrats und Zigarillo-Lieb­habers Markus Kägi (SVP): Es sei Kägi weiterhin erlaubt, in seinem Büro zu rauchen, so der Wortlaut – unterschrieben hat die Urkunde sein Amtskollege Markus Notter (SP). Auch Pfeifenraucher Notter, der einst sogar während einer Medienkonferenz paffte, hat sich ein solches Dokument ausstellen lassen – und selbst Nichtraucher Hans Hollenstein (CVP) hat eines, bestätigt Kägis Sprecher Dominik Bonderer eine Meldung des «Tages-Anzeigers». Entstanden seien diese Urkunden als Scherz unter den drei Politikern: «Sie haben keinen offiziellen, sondern einen humoristischen Charakter.»

Bei der Lungenliga des Kantons Zürich findet man das ­allerdings gar nicht witzig. «Dass Regierungsräte trotz ihrer Vorbildfunktion offenbar nicht darauf verzichten wollen, in ihrem Büro zu rauchen, ist ­bedenklich», sagt Lungenliga-Präsident Otto Brändli. Wenn sie diesem Laster nachgehen würden, während sie an ihrem Arbeitsplatz Mitarbeiter oder Gäste empfangen, würden sie auch deren Gesundheit gefährden. Weil Einzelbüros vom Rauchverbot ausgenommen sind, sei den Amtsträgern rein rechtlich aber nichts vorzuwerfen, so Brändli.

Kägis Sprecher Bonderer betont: «Mein Chef raucht sicher nicht, wenn Nichtraucher in seinem Büro sind.»

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