Seelisberg: Regierungsrätin erstattet Anzeige nach Asyl-Eklat
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SeelisbergRegierungsrätin erstattet Anzeige nach Asyl-Eklat

Im Streit um das geplante Asylzentrum in Seelisberg fürchtet die Urner Regierungsrätin Barbara Bär um ihren Ruf, weshalb sie eine Anzeige gegen unbekannt eingereicht hat.

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emi/sda
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Aufgeheizte Stimmung: Besucher der Infoveranstaltung zu einer geplanten Asylunterkunft in Seelisberg reden auf Regierungsrätin Barbara Bär (l.) ein. (4. August 2016)

Aufgeheizte Stimmung: Besucher der Infoveranstaltung zu einer geplanten Asylunterkunft in Seelisberg reden auf Regierungsrätin Barbara Bär (l.) ein. (4. August 2016)

Keystone/Urs Flüeler
Die Urner Regierungsrätin Barbara Bär posiert vor dem Hotel Löwen in Seelisberg, das als Unterkunft für bis zu 60 Flüchtlinge dienen soll.

Die Urner Regierungsrätin Barbara Bär posiert vor dem Hotel Löwen in Seelisberg, das als Unterkunft für bis zu 60 Flüchtlinge dienen soll.

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Seelisberger strömten in die Turnhalle, wo die Infoveranstaltung stattfand.

Seelisberger strömten in die Turnhalle, wo die Infoveranstaltung stattfand.

Keystone/Urs Flüeler

Den vergangenen Donnerstag wird die Sozialdirektorin Barbara Bär wohl nicht so schnell vergessen: Die Infoveranstaltung in der Turnhalle wurde prompt abgebrochen, da sie übelst beschimpft worden war. Noch während der Rede verliessen viele Seelisberger den Veranstaltungsraum. Das geplante Asylzentrum im Urner Bergdorf stiess auf heftigen Widerstand in der Bevölkerung.

Doch damit nicht genug: Nun geht sie gegen ein Gerücht vor, wonach das Immobilienbüro ihres Mannes in die Vermietung der Unterkunft verwickelt gewesen sei. Sie reichte eine Strafanzeige gegen unbekannt ein, wie die Urner Kantonspolizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur bestätigte. Der Eingang der Anzeige wegen Verdachts auf Ehrverletzung erfolgte laut Polizeisprecher am Dienstag.

Die Regierungsrätin teilte der «Neuen Urner Zeitung» schriftlich mit, dass die Gerüchte jeglicher Grundlage entbehren würden und diese für sie rufschädigend seien. Es habe zwischen der Firma ihres Mannes und dem Vermieter der Unterkunft nie geschäftliche Beziehungen gegeben.

Die Zahl der Asylsuchenden sei zu hoch

Der Gemeinderat sowie eine Interessengemeinschaft werfen der Kantonsregierung vor, sie seien mit der Ankündigung des Vorhabens während der Sommerferien vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Die Zahl von bis zu 60 Asylbewerbern, die der Kanton in der 700-Seelen-Gemeinde platzieren wolle, sei zu hoch.

Die Regierungsrätin Barbara Bär äusserte sich nach der abgebrochenen Infoveranstaltung schockiert über die heftigen Proteste im Volk und verteidigte weiterhin das geplante Asylprojekt. Sie betonte, dass der Gemeinderat frühzeitig über die Pläne des Kantons informiert worden sei. Auch sei die Gemeindebehörde an der Vorbereitung des Anlasses beteiligt gewesen.

Der Kanton will trotz der heftigen Reaktionen Mitte Oktober Asylbewerber in Seelisberg einquartieren. Wie hoch die Zahl der Asylsuchenden wird, will die Regierungsrätin nochmals überprüfen. Dazu will Bär einen runden Tisch mit Vertretern des Kantons, der Gemeinde und der Interessengruppe einberufen.

Besitzer hält am Mietvertrag fest

Auch der Besitzer der Liegenschaft will am Mietvertrag festhalten, obwohl er mit den heftigen Reaktionen aus der Bevölkerung nicht gerechnet habe, wie er in einem Interview mit der «Basler Zeitung» vom Dienstag sagte.

Er verstehe sehr wohl die Bedenken der Bevölkerung, sei aber ebenso der Ansicht, dass man auch für die Ausländer da sein solle, sagte er. Es sei bekannt, dass im Asylwesen ein grundsätzliches Problem bestehe. Doch irgendwo müssten die Asylsuchenden untergebracht werden. Als Eigentümer zahlreicher Immobilien spiele es für ihn keine Rolle, ob sich im «Löwen» Hotelgäste, Konferenzteilnehmer oder eben Asylsuchende aufhalten würden.

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