Sexistische Posts: Regierungsrat beleidigt Genfer Nationalrätin
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Sexistische PostsRegierungsrat beleidigt Genfer Nationalrätin

Die SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz bezichtigt den Genfer Regierungsrat Luc Barthassat des Sexismus. Angefangen hat alles mit einer harmlosen Stichelei auf Facebook.

von
ann

Ausgelöst hat alles eine einfache politische Bemerkung auf Facebook von René Desbaillets, einem ehemaligen Mitglied des Genfer Grossen Rates. Dazu postete der Genfer CVP-Regierungsrat Luc Barthassat, Leiter des Verkehrsdepartements, am Montag einen Kommentar. SVP-Nationlarätin Céline Amaudruz konnte es sich nicht verkneifen zu sticheln und schrieb: «Ausser Facebook, arbeitest du, Luc Barthassat?»

Diesen Seitenhieb wollte der Regierungsrat offenbar nicht auf sich sitzen lassen. Scharf und voller Rechtschreibfehler antwortete er: «Liebe Amaudruz Céline. Das ist alles eine Frage der Organisation. Und da ich nicht jeden Tag zum Coiffeur und zur Maniküre gehe, bleibt mir ein bisschen Zeit, um Fragen auf FB zu beantworten.» Amaudruz schrieb daraufhin: «Nicht schön, eine Frau in der Politik zu sein, mit einem Macho wie Luc Barthassat!» Der CVP-Politiker gab darauf zurück: «Es ist nicht die Frau, die ich kritisiere! Nur dein Verhalten, das dem einer Sau-Göre gleicht!»

«Mit Humor und Zuneigung geschrieben»

«Es ist sehr erniedrigend, so behandelt zu werden. Zu einem Mann hätte er so etwas nie gesagt», sagte Amaudruz gegenüber «Le Matin». Die Nationalrätin fordert nun eine Entschuldigung von Barthassat. Der ehemalige Nationalrat spielt derweil alles herunter: «Ich kenne Céline Amaudruz schon lang. Wir hatten in Bern viel Kontakt und ich schätze sie. Ich habe alles mit Humor und Zuneigung geschrieben und sie weiss das.» Er gab auch zu, etwas machohaft zu sein, aber kein Rüpel.

Offenbar steckt aber doch mehr dahinter, wie Barthassats weitere Aussagen gegenüber den Medien zeigen. «Wir hatten vereinbart, dass es während der Kampagne zur Genfer Abstimmung am 28. September keine persönlichen Attacken gibt. Aber bei einer Pressekonferenz vergangene Woche startete sie einen Frontalangriff und bezeichnete die Regierungsräte als Lügner, obwohl wir offen und transparent informierten.»

Barthassat ist dennoch bereit, sich zu entschuldigen, falls er Amaudruz mit seinen Aussagen wirklich verletzt habe. Daran zweifelt er aber.

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