Aktualisiert 08.02.2010 18:59

Bieler PlastikausstellungRegierungsrat verteidigt seinen Beitrag

Die Berner Kantonsregierung hat ihren Beitrag an die Kunstausstellung «utopics» vom letzten Sommer in Biel verteidigt.

Darüber ereifert hatte sich der bernjurassische Grossrat Sylvain Astier, weil die separatistische Gruppe «Bélier» an der Ausstellung teilnahm.

Die Béliers hätten nichts anderes im Sinn, als den Kanton Bern zu kritisieren und «seine Zersetzung» zu fördern, beschwerte sich der berntreue Astier in einer Interpellation. Er frage sich, wie die Regierung überhaupt dazu komme, einen derartigen Anlass zu unterstützen.

Die Schweizerische Plastikausstellung sei eine Ausstellung von hoher professioneller Qualität, die zur kulturellen Ausstrahlung der Stadt Biel beitrage, rechtfertigte der Regierungsrat in seiner am Montag publizierten Antwort den Beitrag von 450 000 Franken.

Diese lotete letzten Sommer unter anderem das Thema Forderungen nach Gebieten, Plätzen, (Lebens)Räumen und Aktivitäten aus. In diesem Rahmen hätten die Ausstellungsmacher auch die Béliers eingeladen, heisst es in der schriftlichen Antwort des Regierungsrates.

Artikel 22 der bernischen Kantonsverfassung garantiere ausdrücklich die Freiheit des künstlerischen Ausdrucks. Der Kanton respektiere dies bei der Kulturförderung.

Unterstützt würden aber, wie gesagt, nur Veranstaltungen von hoher professioneller Qualität. Ausserdem habe sich die Regierung bei ihrem Entscheid auf die zustimmende Stellungnahme des Rats für französischsprachige Angelegenheiten des zweisprachigen Amtsbezirks Biel gestützt.

Stein des Anstosses

Kurz vor der Ausstellung hiess es aus Béliers-Kreisen, der von Separatisten schon zum zweiten Mal gestohlene Unspunnenstein werde im Rahmen der Ausstellung gezeigt.

Und tatsächlich war in der Installation der Béliers ein Stein zu sehen. Doch war es wirklich der echte Unspunnenstein? Besucher und Medien rätselten, bis die Béliers schliesslich mitteilten: «Nein, es war nicht der echte Stein. Wir haben im Namen der Kunst gelogen».

Die separatistischen Béliers kämpften jahrzehntelang für einen eigenständigen Kanton Jura und tun dies nach dessen Gründung für den Zusammenschluss des Berner Juras und des Kantons Jura. Dabei schreckt die militante Gruppe auch nicht vor illegalen Aktionen zurück.

Schlagzeilen machten die Béliers vor Jahren unter anderem mit der Zerstörung des Berner Gerechtigkeitsbrunnens oder dem Sturz des Soldatendenkmals «Le Fritz» in Les Rangiers. (sda)

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