Iran: Mullah-Regime missbraucht Krankenwagen an Demos

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IranMullah-Regime missbraucht Krankenwagen an Demos

Unverletzte Demonstrierende sollen in Krankenwagen gesteckt und zu Polizeistationen gefahren werden. Ausserdem sollen Sicherheitskräfte in Krankenwagen getarnt näher an die Demonstrierenden gebracht werden. 

von
Samira Kunz

Aufnahmen zeigen, wie das Regime Krankenwagen dazu nutzt, um näher an Demonstrationen zu gelangen und Menschen darin festzuhalten.

20min

Darum gehts

  • Videos und Augenzeugenberichten zufolge nutzt das Regime Krankenwagen zur Protestunterdrückung.

  • Protestierende sollen in Krankenwagen festgenommen werden.

  • Experten sind alarmiert und fürchten Menschen werden sich nicht mehr trauen, medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen.

Das iranische Regime scheint Rettungswagen zur Verhaftung von Protestierenden zu verwenden und um Sicherheitskräfte in die Proteste zu bringen. Das zeigen Videos, Berichte von Augenzeugen konnten nun von der «New York Times» bestätigt werden.

Zeugen und Zeuginnen berichteten von einem Vorfall in Teheran, bei dem mindestens drei Demonstrierende in einen Rettungswagen geschoben worden seien, obwohl sie von aussen betrachtet unverletzt schienen. Bei einem anderen Vorfall hätten Sicherheitskräfte einen Krankenwagen genutzt, um Menschen darin festzuhalten. «Sie packten die Leute. Sie steckten sie in den Krankenwagen und schalteten das Licht aus. Im Wagen waren schon viele Menschen», berichtet eine Augenzeugin. Wo die Menschen hingebracht wurden, konnte sie nicht sagen.

Krankenwagen fahren zu Polizeistationen

Es gibt jedoch auch Aufnahmen, die Krankenwagen zeigen, die auf das Gelände von Polizeistationen fahren. Wer transportiert wird, ist nicht zu sehen, aber ein Arzt sagt gegenüber der «New York Times», dass es eigentlich keinen legitimen Grund für Krankenwagen auf Polizeistationen gebe.

Auch gibt es Berichte darüber, dass verletzte Protestierende, nachdem sie versorgt wurden, im Spital festgenommen wurden. Experten zufolge verstösst dieses Vorgehen gegen die internationalen Richtlinien der medizinischen Überparteilichkeit. «Die Menschen werden Angst haben, eine medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen, was bedeutet, dass mehr Menschen sterben werden», so Rohini Haar, Professorin an der School of Public Health in Berkeley.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

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