Aufstand in Jemen: Regimegegner stürmen Militärbasis
Aktualisiert

Aufstand in JemenRegimegegner stürmen Militärbasis

Oppositionsanhänger haben am Montagabend im Jemen eine Basis der republikanischen Garden gestürmt. Die Gardisten flüchteten und liessen die Waffen zurück. Andernorts aber wurde wieder brutal getötet.

Die Proteste im Jemen halten an: Hier werfen Regimegegner in Taiz am 19. September 2011 Steine gegen ein Fahrzeug der Armee.

Die Proteste im Jemen halten an: Hier werfen Regimegegner in Taiz am 19. September 2011 Steine gegen ein Fahrzeug der Armee.

Im Jemen haben tausende Oppositionsanhänger unterstützt von abtrünnigen Militärs eine Basis der republikanischen Garden von Präsident Ali Abdullah Saleh gestürmt.

Augenzeugen berichteten dem TV-Sender Al-Arabija, beim Angriff am Montagabend sei in der Hauptstadt Sanaa kein einziger Schuss gefallen. Die Gardisten seien geflüchtet und hätten ihre Waffen zurückgelassen.

Der ausser Landes geflohene Präsident Ali Abdullah Saleh gerät damit weiter unter Druck. Bei wieder aufgeflammten Auseinandersetzungen zwischen Regierungssoldaten und Oppositionsanhängern sind seit Sonntagnacht mindestens 50 Menschen getötet und bis zu 1000 weitere verletzt worden.

Ein Kind unter den Getöteten

Am Montag hatten Sicherheitskräfte erneut Dutzende Oppositionsanhänger bei Kundgebungen gegen Präsident Saleh erschossen. Nachdem schon am Vortag in dem bitterarmen arabischen Land 26 Demonstranten ums Leben kamen, töteten bewaffnete Brigaden am Montag weitere 32 Regimegegner.

Allein in der Hauptstadt Sanaa seien 24 Menschen, unter ihnen ein Kind, gestorben, berichteten Ärzte und Helfer eines improvisierten Lazaretts.

In der südlichen Stadt Taiz starben vier Demonstranten, als die Sicherheitskräfte mit Tränengas und scharfer Munition in eine Anti- Saleh-Kundgebung schossen, bestätigten Krankenhausärzte.

(sda/dapd)

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