Regionalbanken schliessen sich zusammen
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Regionalbanken schliessen sich zusammen

31 Regionalbanken haben sich zum Clientis-Verbund zusammengeschlossen.

Der Schulterschluss soll die Kosten senken und die Geldbeschaffung vereinfachen, wie Clientis-Präsident Rolf Zaugg am Donnerstag in Zürich sagte. Die Investitionen von rund 20 Millionen Franken sollen sich schon in gut zwei Jahren rechnen.

Die Clientis-Banken, darunter so unterschiedliche Institute wie Balsthaler Bank im Thal, die jurassische Caisse d'Epargne du District de Courtelary oder die Entlebucher Bank, treten auch in Zukunft unter ihren angestammten Namen auf und bleiben rechtlich selbstständig. Die 31 Banken, die alle bereits der Regionalbanken-Holding (RBA) angehören, tragen aber neu den Beinamen Clientis und bilden als Aktionäre dem Vertragskonzern Clientis AG.

Die einzelnen Clientis-Banken konzentrieren sich in Zukunft auf Beratung und Verkauf von Bankdienstleistungen vor Ort. Für die Produktion und die Logistik ist die Clientis AG zuständig. Die Bereiche Informatik, Controlling, Rechnungswesen, Marketing und Kommunikation werden zentralisiert. Mit nur gerade sechs Angestellten erbringt die Clientis AG die Back-Office-Leistungen aber nicht selber. Als Dienstleister sind die Gesellschaften der RBA-Holding, aber auch externe Partner vorgesehen, sagte Zaugg. Dadurch könnten Doppelspurigkeiten vermieden werden.

«Im Retail-Banking sind die Märkte gesättigt», sagte der Chef der RBA-Holding, Pius Schwegler. Kostenkontrolle durch Kooperation werde deshalb immer wichtiger. Die Clientis-Investitionen von rund 20 Millionen Franken sollen bereits in zwei bis drei Jahren amortisiert sein. Ein Abbau der derzeit knapp 750 Stellen sei nicht vorgesehen, wohl aber Verschiebungen zwischen einzelnen Bereichen. Neben Spareffekten versprechen sich die Clientis-Banken auch bessere Refinanzierungsmöglichkeiten. Über die Clientis AG erhalten sie direkten Zugang zum Kapitalmarkt, der ihnen bislang wegen mangelnder Grösse verwehrt war.

Für die Kunden bedeutet der Zusammenschluss mehr Sicherheit, wie Zaugg weiter sagte. Die Clientis AG garantiert die Verbindlichkeiten aller beteiligten Banken, für die eine Beistandpflicht gilt. «Clientis ist kein Schönwetterkonstrukt, sondern funktioniert auch in Krisen», sagte Zaugg. Bei einer Bilanzsumme von 14 Milliarden Franken verfügen die Clientis-Banken über ein Eigenkapital von rund einer Milliarde Franken. Der letztjährige Jahresgewinn betrug 41 Millionen Franken. 2004 soll erstmals eine konsolidierte Konzernrechnung publiziert werden.

Der Clientis-Verbund ist laut Zaugg eine Zwischenstufe zwischen der lockeren Kooperation in der RBA-Holding und der engeren Integration etwa beim Raiffeisen-Verbund oder bei der Valiant-Holding. Als strategische Plattform seien bei Clientis sowohl Neuzugänge wie Abgänge möglich, sagte er. Mit dem neuen Verbund gehören mittlerweile alle 70 RBA-Banken einer Untergruppierung an: Die zehn grösste bilden den Initiativbanken-Pool, die mittleren Clientis, und die kleineren Institute haben sich zum Spirit-Verbund zusammengeschlossen. (dapd)

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