Aktualisiert 07.06.2012 21:50

Verkehrt!Regisseur setzt Publikum ins Loeb-Schaufenster

Ein ungewöhnliches Theaterprojekt: Bernhard Mikeska vertauscht im Loeb die Rollen von Publikum und Zuschauer.

von
pec/jun

Verkehrte Theaterwelt: Für das Theaterstück «Augenblicke» setzt Regisseur Bernhard ­Mikeska das Publikum in das 30 Meter lange Loeb-Schaufenster. Die Schauspieler versteckt er auf der anderen Seite der Scheibe unter den Passanten. Morgen feiert das aussergewöhnliche Stück Premiere.

Mit Kopfhörern ausgestattet folgt der Zuschauer den Szenen, die sich vor ihm abspielen. Doch wer Flaneur und wer ­Akteur ist, bleibt ihm vorerst verborgen. «Das muss der Zuschauer selber herausfinden», so der Regisseur. Lediglich kleine Mikros geben Hinweise. Die Verwirrung wächst zusätzlich, weil auch Ahnungslose involviert werden. So fällt etwa einer Darstellerin die Einkaufstasche runter. «Schön wäre es, wenn ihr jemand zu Hilfe käme», so Mikeska.

Die Suche nach der Schnittstelle zwischen Inszenierung und Realität war schon immer ein Thema für Mikeska: Mit «Augenblicke» hat der Münchner die Grenze nun ganz bewusst verwischt. «Interessant ist die Frage, wer schlussendlich der Beobachter ist.» Eine Story als solche gibt es nicht. «Vielmehr werden Momente ei­nes Lebens gezeigt», erklärt der Theatermann. Als Grundlage verwendet er Texte von Schriftsteller Peter Stamm. (pec/jun/20 Minuten)

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