St. Gallen – Rehe fressen Blumen von Gräbern
Publiziert

St. Gallen Rehe fressen Blumen von Gräbern

Auf dem Friedhof Feldli in St. Gallen ernähren sich diesen Winter Rehe von Grabschmuck.

von
Jeremias Büchel
1 / 13
Beim Friedhof Feldli in St. Gallen halten sich seit einigen Wochen Rehe auf …

Beim Friedhof Feldli in St. Gallen halten sich seit einigen Wochen Rehe auf …

20min/ma
… und fressen den Grabschmuck.

… und fressen den Grabschmuck.

20min/ma
Rosenblüten sind beliebt. 

Rosenblüten sind beliebt.

20min/ma

Darum gehts

«Rehe haben auf dem Friedhof Feldli ein kulinarisches Paradies entdeckt. Seit ein paar Wochen machen sie sich über den Grabschmuck her, knabbern Kränze an, beissen Knospen und Blütenköpfe ab», schreibt das «Tagblatt» am Mittwoch. Dass sich die Wildtiere von Pflanzen auf dem Friedhof ernähren, sei diesen Winter zum ersten Mal vorgekommen.

Beliebte Rosenblüten

Nicht jede Grabbepflanzung oder jeder Kranz schmeckt dem Wild. Die Rehe sind laut Friedhofsleiter wählerisch. Rosenblüten scheinen das Lieblingsessen auf dem Friedhof zu sein, auch Viola und Chrysanthemen werden gerne gefressen. Hingegen werden Wintergestecke mit Föhrenzapfen oder Grabschmuck mit Strelitzien nicht angerührt.

Die Rehe zu schiessen, um die Gräber zu schützen, ist derzeit kein Thema. Man versucht auf natürliche Weise, die Tiere vom Friedhof fernzuhalten. Peter Baumann, Tierschutzbeauftragter der Stadtpolizei St. Gallen, deponiert deshalb Säcklein mit Duftnoten wie künstlichen, menschlichen Schweiss oder Hundegeschmack, um die Rehe so zu vergrämen. «Die Duftnoten stelle ich selbst her», sagt Baumann zu 20 Minuten. Wie genau, bleibt sein Geheimnis. Nur so viel: Zur Herstellung einer Hundeessenz nimmt er meist Hundehaare. Die Duftnoten kann man sich wie Duftsäcklein, die man in den Kleiderschrank aufhängt, vorstellen. Eine andere Methode sind Styroporkugeln, die man mit Duftstoffen beträufelt.

Zwei Dutzend Rehe leben auf Basler Friedhof

Auf dem Basler Friedhof Hörnli in Riehen BS, dem vermutlich grössten Friedhof der Schweiz, sind Rehe seit längerem ein Problem. Rund 25 wilde Rehe sollen auf dem Friedhof leben. Wie in St. Gallen fressen sie gerne Blumen von Gräbern weg. Vor rund zwei Jahren gab es sogar Pläne, Rehböcke auf dem Friedhof abzuschiessen, wie 20 Minuten berichtete. Darauf gab es Widerstand aus der Bevölkerung, weshalb man bislang davon absah.

Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?

Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

My 20 Minuten

Deine Meinung

25 Kommentare