Aktualisiert 30.07.2014 14:04

EM in Zürich

Rehm darf nicht an Leichtathletik-EM starten

Der unterschenkelamputierte Weitspringer Markus Rehm wird nicht an der EM in Zürich antreten. Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat den 25-Jährigen nicht aufgeboten.

von
ofi

Nachdem Markus Rehm an den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften mit einem 8,24 Meter weiten Sprung Gold gewonnen und die EM-Limite erfüllt hatte, stand die Frage im Raum, ob er am Wettkampf der nicht behinderten Weitspringer teilnehmen würde. Die Antwort lautet nein, wie «Sport1.de» nun schreibt.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat sich entschieden, den 25-Jährigen nicht ins 93-köpfige EM-Aufgebot zu berufen. Der DLV handelt damit nach Regel 144, Absatz 2c der internationalen Wettkampfregularien: Der Gebrauch von Technologien oder Geräten, die dem Nutzer einen Vorteil gewähren, den er bei regelgerechter Ausrüstung nicht hätte, ist nicht erlaubt.

Kontroverse Diskussion um Prothese

Rehm springt jeweils mit seiner Karbon-Prothese am rechten Bein ab. Ob er durch diese einen zusätzlichen Schub beim Sprung erhält, ist zwar (noch) nicht erwiesen, die Frage hat aber in Deutschland zu kontroversen Diskussionen geführt. Der an den deutschen Meisterschaften auf Rang 2 verwiesene Christian Reif sah in Rehms Prothese kein Problem, Noch-Europameister Sebastian Bayer (De) reagierte hingegen eher ungehalten über Rehms Titelgewinn.

Biomechaniker hatten während der deutschen Meisterschaft Daten erhoben, um die Frage zu klären, ob die Prothese Rehm einen Vorteil bringt. Ob dem DLV die Resultate bei seiner Entscheidung vorlagen, ist nicht bekannt. Mit seinen 8,24 Metern hatte Rehm die in Deutschland geforderte Weite von 8,05 Metern als EM-Limite deutlich übertroffen und den paralympischen Weltrekord um 29 Zentimeter übertroffen.

Rehm ist enttäuscht

Rehm selbst hatte direkt nach seinem Rekordsprung gesagt, er werde die Entscheidung, ob er starten dürfe oder nicht, so oder so akzeptieren. Nun sieht das aber anders aus. «Ich finde es schade und enttäuschend», sagte der Weitspringer gegenüber der Nachrichtenagentur DPA. Und er denkt darüber nach, Schritte gegen die Nichtnominierung einzuleiten. «Wenn es eine kluge Entscheidung ist, ist das keine Option. Wenn ich Zweifel an der Begründung habe, werde ich mich beraten lassen.»

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