Zürich: Reiche Ausländer bleiben
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ZürichReiche Ausländer bleiben

Obwohl sie neu mehr Steuern bezahlen müssen, bleiben reiche Ausländer dem Kanton Zürich treu. Der befürchtete Exodus bleibt bis jetzt aus.

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sda/rry
Begehrtes Domizil von Wohlhabenden: Erlenbach am Zürichsee. (key)

Begehrtes Domizil von Wohlhabenden: Erlenbach am Zürichsee. (key)

Bleiben und mehr Steuern bezahlen oder wegziehen? Mit dieser Frage mussten sich 208 reiche Ausländer nach der Volksabstimmung im Februar 2009 beschäftigen. Nachdem das Zürcher Stimmvolk der Pauschalbesteuerung eine Abfuhr erteilt hatte, packten tatsächlich gut ein Dutzend Steuerprivilegierte ihre Koffer.

Bis heute haben sich aber kaum mehr Betroffene zum Umzug entschlossen – dies zeigt eine Umfrage der Nachrichtenagentur SDA in wohlhabenden Zürichsee-Gemeinden sowie in der Stadt Zürich. «30 Pauschalbesteuerte sind definitiv weggezogen – also etwa 15 Prozent», sagt Adrian Hug, Chef des kantonalen Steueramts. Er gibt aber zu bedenken, dass Betroffene noch bis Ende Jahr Zeit hätten, sich in der Gemeinde abzumelden. Einige würden sich mit dem Wegzug möglicherweise bis zuletzt Zeit lassen. «Schliesslich sind es vielleicht 30 bis 40 Prozent, die in einen steuertechnisch attraktiveren Kanton umziehen.» Dass es doch noch zu einer Wegzugswelle kommt, glaubt er nicht: «Für einen Standortentscheid braucht es weit mehr als die Höhe der Steuerbelastung.»

Neben Softfaktoren wie der Sicherheit oder dem See spiele auch eine Rolle, ob man in einem anderen Kanton ein gleichwertiges Haus finde.

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