Sonderparagraf: Reiche Chinesen kaufen sich das «Golden Visa»
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SonderparagrafReiche Chinesen kaufen sich das «Golden Visa»

Ein kaum bekannter Gesetzesartikel erlaubt es vermögenden Ausländern, in die Schweiz zu ziehen. Jetzt haben die Chinesen diese Hintertür entdeckt.

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Wohnrecht dank Sonderparagrafen: Immer mehr Chinesen leben in der Schweiz. (Symbolbild)

Wohnrecht dank Sonderparagrafen: Immer mehr Chinesen leben in der Schweiz. (Symbolbild)

Reuters/Ruben Sprich
40 bis 50 gut betuchte Nicht-Europäer erhalten jährlich eine Aufenthaltsbewilligung.

40 bis 50 gut betuchte Nicht-Europäer erhalten jährlich eine Aufenthaltsbewilligung.

20min/Marco Zangger
Die Chinesen haben nun die Russen überholt, die auf diesem Weg zu einem «Golden Visa» kommen. 

Die Chinesen haben nun die Russen überholt, die auf diesem Weg zu einem «Golden Visa» kommen.

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Darum gehts

  • Dank einem Sonderparagrafen im Ausländerrecht ziehen immer mehr reiche Chinesen in die Schweiz.

  • Zuvor haben vor allem Russen von dem Angebot Gebrauch gemacht.

  • Viele Kantone bieten ihnen ein Pauschalsteuerabkommen an.

Immer mehr vermögende Chinesen erhalten dank eines Sonderparagrafen das Wohnrecht in der Schweiz. Gewisse Kantone locken sie gezielt mit Pauschalsteuer-Arrangements.

Für Personen von ausserhalb Europas ist es schwierig bis unmöglich, eine Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz zu erhalten – doch für Reiche gibt es eine Ausnahme: Gestützt auf einen Sonderparagrafen im Ausländerrecht, können vermögende Nicht-Europäer relativ einfach in die Schweiz ziehen, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Gestützt auf den Artikel 30, können die Kantone solchen Personen Aufenthaltsbewilligungen ziemlich problemlos erteilen, wenn es um «erhebliche kantonale fiskalische Interessen» geht. Viele Kantone bieten ihnen zu diesem Zweck Pauschalsteuerabkommen an.

Chinesen überholen Russen

Pro Jahr erhalten auf diesem Weg 40 bis 50 begüterte Nicht-Europäer eine Aufenthaltsbewilligung. Bis vor kurzem stammten die meisten aus Russland, doch neuerdings haben die Chinesen sie überholt, schreibt die Zeitung weiter. Seit vier Jahren sind sie an der Spitze der Statistik, die der Bund über diese speziellen Zuzüger führt. Öffentlich wurde das bisher nicht thematisiert.

Bus zum Ende des Jahres lebten dank dieses Sonderparagrafen bereits 29 Personen aus China in der Schweiz. Damit stellen sie – nach den Russen – die zweit grösste Gruppe. Das könnte erst der Anfang einer grösseren Entwicklung sein. Spezialisierte Steueranwälte sagen, es gebe bei vermögenden Chinesen ein wachsendes Interesse an einer Schweizer Aufenthaltsbewilligung.

(chk)

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