Botox in der Blase verhilft New Yorkern zu weniger Pipi-Pausen

Solche Bilder könnten auf dem Weg in die Hamptons bald der Vergangenheit angehören: Um ohne Stopp an die Luxusdestination zu gelangen, lassen sich reiche New Yorker Botox in die Blase spritzen.

Solche Bilder könnten auf dem Weg in die Hamptons bald der Vergangenheit angehören: Um ohne Stopp an die Luxusdestination zu gelangen, lassen sich reiche New Yorker Botox in die Blase spritzen.

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Gegen Pipi-PausenReiche New Yorker lassen sich Botox in die Blase spritzen

Zwischen New York und den Hamptons liegen 140 Kilometer, viele Staus – und möglicherweise eine WC-Pause. Botox in der Blase soll reichen Menschen jetzt helfen, Letztere zu vermeiden. 

von
Malin Mueller

In der Schweiz ist das Problem bekannt: Wollen über ein langes Wochenende alle an den gleichen Ort, sind ewige Staus vorprogrammiert, irgendwann drückt die Blase. In den USA ist aktuell zum Beispiel der Weg in die Hamptons von diesem Phänomen betroffen. Die Region im Osten der Insel Long Island ist ein beliebtes Ausflugsziel superreicher New Yorker und eigentlich nur 140 Kilometer von der Millionenstadt entfernt.

Durch den Andrang dauert der Weg aber oft mehrere Stunden. Um währenddessen einen Besuch auf öffentlichen WCs auf der Autobahn zu vermeiden, greifen nun immer mehr Frauen auf eine Botox-Behandlung der besonderen Art zurück: Sie lassen sich das Nervengift in die Blase spritzen.

Wie nervig findest du es, auf dem Weg in die Ferien Pinkelpausen einzulegen?

Routinebehandlung bei Krankheiten

Was seltsam klingt, ist eine gängige Behandlung bei zum Beispiel einer Reizblase oder Inkontinenz: Das Nervengift schwächt den Blasenmuskel und macht das Organ dadurch weniger reizbar und ruhiger. Gleichzeitig erhöht sich das Fassungsvermögen und es muss nicht mehr jedem Harndrang sofort nachgegeben werden. Der Eingriff wird im Rahmen einer Blasenspiegelung ohne Narkose durchgeführt und hat nur sehr selten Nebenwirkungen.

Bei Männern hat die sogenannte Prostata-Arterien-Embolisation die gleiche Wirkung: Mit der Behandlung wird Inkontinenz im Alter durch eine vergrösserte Prostata behandelt. Sie ist minimalinvasiv und kommt ebenfalls mit seltenen und wenigen Nebenwirkungen aus.

20-prozentiger Anstieg der Behandlung

Auf die Fahrt von New York in die Hamptons übertragen, bedeuten beide Behandlungen, dass Pinkelpausen auf öffentlichen Toiletten der Vergangenheit angehören. Scheinbar Grund genug für die Superreichen, darauf zurückzugreifen.

Der New Yorker Urologe Dr. David Shusterman verzeichnet seit dem Frühjahr einen 20-prozentigen Anstieg in der Nachfrage bei den Behandlungen. Gegenüber «Business Insider» erzählt er: «Viele Leute wollen dem Problem aus dem Weg gehen. Sie fahren sonst in die Hamptons und müssen vier- oder fünfmal auf dem Weg anhalten.» Er selbst habe schon Freunde verloren, weil er sich geweigert hatte, einen weiteren Stopp einzulegen. Für seine Behandlungen wirbt der Arzt dann auch mit dem Slogan «Race to the Hamptons, not to the Bathroom» (auf Deutsch: Rase in die Hamptons, nicht auf die Toilette). 

Der New Yorker Urologe Dr. David Shusterman verzeichnet seit dem Frühjahr einen 20-prozentigen Anstieg in der Nachfrage bei den Behandlungen.

Der New Yorker Urologe Dr. David Shusterman verzeichnet seit dem Frühjahr einen 20-prozentigen Anstieg in der Nachfrage bei den Behandlungen.

David Shusterman

Genau wie Botox im Gesicht wirkt das Nervengift in der Blase übrigens für etwa sechs Monate. Danach muss die Behandlung aufgefrischt werden, um ihre Wirkung zu behalten – doch im Winter ist die Saison in den Hamptons längst vorüber. 

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