Ukraine-Krieg - Reiche Russinnen sauer auf Chanel – «Sie wollten mir nichts verkaufen»
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Ukraine-KriegReiche Russinnen sauer auf Chanel – «Sie wollten mir nichts verkaufen»

Für russische Fashionistas kommt in Paris oder Dubai der Fashion-Schock. Während im Krieg Menschen sterben, ärgern sie sich über schlechte Behandlung bei Chanel. 

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Anna Kalashnikova kündigte an, dass sie Chanel künftig boykottieren werde.

Anna Kalashnikova kündigte an, dass sie Chanel künftig boykottieren werde.

imago images/Russian Look
Sie war Stammkundin beim Modelabel. 

Sie war Stammkundin beim Modelabel. 

imago images/Russian Look
Die Sängerin und TV-Modenschau-Moderatorin war in einer Chanel-Boutique in Dubai und wurde abgewiesen. 

Die Sängerin und TV-Modenschau-Moderatorin war in einer Chanel-Boutique in Dubai und wurde abgewiesen. 

Instagram Anaklash

Darum gehts

  • Russische Influencerinnen ärgern sich, weil Chanel ihnen wegen den Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg keine Taschen mehr verkauft. 

  • Sie drohen dem Label mit Boykott. 

  • Die Sprecherin des Moskauer Aussenministeriums, Maria Zakharova, warf Chanel  «Russophobie» vor. 

Reiche Russinnen, die vor dem Krieg nach Dubai geflohen sind, sind empört darüber, dass Chanel sich weigert, ihnen ihre Lieblingsaccessoires zu verkaufen.

Nach der Verhängung von Sanktionen gegen Moskau hat sich die Luxusmarke aus Protest gegen den Einmarsch von Wladimir Putin in der Ukraine aus Russland zurückgezogen. Viele Fashionistas sind nun, zum Shoppen nach Dubai ausgewichen. Während Ukrainer und Russen zu Tausenden im Krieg sterben, sind die Frauen laut der Zeitung «Mirror» verärgert darüber, dass sie von ihrem Lieblingslabel ausgeschlossen werden.

Die russische Innenarchitektin und Influencerin Liza Litvin beschrieb in den sozialen Medien, wie ihr in einem Top-Einkaufszentrum in Dubai eine Chanel-Tasche verweigert wurde. «Ich war in einer Chanel-Boutique in der Mall of the Emirates», schrieb sie wütend. «Sie haben mir die Tasche nicht verkauft, weil (Achtung!) ich aus Russland komme!!!»

Keine Ohrringe verkauft

Laut Litvin, wollte Chanel erst etwas verkaufen, wenn sie eine Vereinbarung unterzeichnen würde, in dem sie versicherte, dass sie die Tasche nicht in Russland tragen wird. Mehrere andere Frauen haben laut dem Portal «Fortune» ähnliche Geschichten aus Paris erzählt, und ein russischer Mann berichtete, dass er in Italien keine Luxusartikel kaufen konnte.

Die Sängerin und TV-Modenschau-Moderatorin Anna Kalashnikova, 37, war empört, nachdem sie von Chanel daran gehindert wurde, Ohrringe und eine Tasche in Dubai zu kaufen. Sie erzählte, wie ein Manager des Ladens zu ihr sagte: «Wir wissen, dass Sie eine russische Berühmtheit sind. Wir wissen, dass Sie Ihre Einkäufe nach Russland bringen werden, also können wir keine Artikel unserer Marke verkaufen.»

Boykottankündigung von Chanel

Sie schrieb: «Ups,  dachte ich. Dann erinnerte ich mich, dass Coco Chanel nicht nur die Geliebte eines Nazi-Offiziers war, sondern auch eine Agentin des deutschen Geheimdienstes. Diese Aktion ihrer Marke lässt mich an ihre Biografie denken. Es ist so niederträchtig, Faschismus und Russophobie zu unterstützen.» Sie kündigte an, dass sie Chanel künftig boykottieren werde.

Influencerin Yana Rudkoskaya, 47, eine in Moskau ansässige Musikshow-Produzentin und Ehefrau des Eiskunstlauf-Olympiasiegers Alexander Plyushenko, ist ebenfalls entsetzt, gibt aber Putin nicht die Schuld dafür, dass ihr ihre Lieblingsmarke vorenthalten wird. «Das ist ein Schock für eine Frau, die seit mehr als 20 Jahren Chanel und Chanel Haute Couture kauft und bei den Schauen in der ersten Reihe sass», sagte sie. Sie habe im Laufe der Jahre mehr als eine Million Euro bei Chanel ausgegeben und empfinde das Verbot als «etwas demütigend».

«Russophobe Kampagne»

Snezhanna Georgieva, 46, Ehefrau des Milliardärs Artem Zuev, der ein Weingut auf der Krim besitzt, wies darauf hin, dass es Möglichkeiten gebe, das Verbot zu umgehen. «wir kennen einige Boutiquen, die noch geöffnet sind, wenn ein Stammkunde dort anruft.»

Die Sprecherin des Moskauer Aussenministeriums, Maria Zakharova, warf Chanel vor, sich der «russophoben Kampagne zur Streichung Russlands» anzuschliessen.

Das französische Hauptquartier von Chanel bestätigte die neue Politik und sagte, es sei aufgrund der Sanktionen der EU und der Schweiz gegen Luxusartikel gezwungen, diese anzuwenden. Die jüngsten Sanktionsbeschränkungen verbieten «den direkten oder indirekten Verkauf von Luxusartikeln an natürliche oder juristische Personen in der Russischen Föderation oder zur Verwendung in der Russischen Föderation», so das Unternehmen in einer Erklärung.

Chanel sagte weiter: «Wir verstehen, dass diese Massnahmen, die darauf abzielen, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, für einige Kunden gewisse Unannehmlichkeiten mit sich bringen können. «Wir arbeiten derzeit daran, das Verfahren zu verbessern und entschuldigen uns für alle damit verbundenen Missverständnisse und Unannehmlichkeiten.»

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(lea)

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