US-Milliardär zieht an Zürichsee – «Reiche Steuerzahler sind eine Win-win-Situation für alle»
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US-Milliardär zieht an Zürichsee«Reiche Steuerzahler sind eine Win-win-Situation für alle»

Der Amerikaner Alex Karp hat sich in Freienbach ein Haus gekauft. Für die Anwohnenden wenig überraschend.

von
Lynn Sachs
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Zu seinem Vermögen kam Alex Karp mit seiner Firma Palantir.

Zu seinem Vermögen kam Alex Karp mit seiner Firma Palantir.

Reuters
Ende September hat sich der US-Milliardär ein Haus in Freienbach SZ gekauft. 

Ende September hat sich der US-Milliardär ein Haus in Freienbach SZ gekauft.

Reuters
Laut den Zeitungen von CH Media befindet sich das Wohnhaus im Ortsteil Hurden.

Laut den Zeitungen von CH Media befindet sich das Wohnhaus im Ortsteil Hurden.

20min/sac

Darum gehts

  • Der bekannte Milliardär Alex Karp zieht an den Zürichsee.

  • In der Gemeinde Freienbach im Kanton Schwyz hat er kürzlich ein Wohnhaus erworben.

  • Überrascht über den reichen Neuzuzüger sind die Anwohnenden nicht.

Die Schwyzer Gemeinde Freienbach ist um einen Milliardär reicher: Alex Karp, Chef des umstrittenen Datenkonzerns Palantir, hat sich laut den Zeitungen von CH Media Ende September im Ortsteil Hurden ein Wohnhaus gekauft. Ein Blick vor Ort zeigt: Der 54-jährige Amerikaner ist dort in bester Gesellschaft. Auf der Halbinsel im Zürichsee befinden sich etliche Villen.

«Dass Millionäre und Milliardäre hierher ziehen, ist typisch für die Region», sagt ein Anwohner gegenüber 20 Minuten. Die wohlhabenden Zuzüger hätten das Dorfleben aber stark verändert. «Es ist alles sehr anonym geworden. Ich kenne zum Beispiel niemanden, der in Hurden wohnt.» Den Eindruck bestätigt auch eine 19-Jährige. «Mit den Kindern und Jugendlichen aus den Villenquartieren hatte ich noch nie Kontakt. Sie besuchen Privatschulen und bleiben unter sich.» Trotzdem meint sie: «Das ist doch eine Win-Win-Situation. Die Reichen zahlen bei uns weniger Steuern als anderswo und für uns bleibt der Steuersatz tief.»

Bei der Gemeinde Freienbach kann man aus Datenschutzgründen keine Auskünfte über allfällige Zuzüge von Einwohnerinnen und Einwohnern geben. Grundsätzlich seien aber alle Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger herzlich willkommen.

Europazentrale in Altendorf

Ganz zufällig war die Auswahl des Wohnsitzes von Karp nicht. Anfang Februar 2020 wurde bekannt, dass Palantir in Altendorf ihren Europastandort aufbauen will. Mittlerweile arbeiten dort rund 40 Software-Ingenieure und -Ingenieurinnen für das Unternehmen. Palantir bietet Produkte für die Datenanalyse an und vertreibt diese an Privatpersonen, aber auch an Regierungen, Polizeibehörden und Geheimdienste.

Schon bei der Gründung im Jahr 2004 war der amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA von Anfang an beteiligt. Seither wurden gegen das Unternehmen immer wieder Vorwürfe laut, so zum Beispiel, dass die Trump-Administration Software des Unternehmens dazu verwendete, illegale Ausländer und Ausländerinnen in den USA aufzuspüren. Auch die Credit Suisse sah sich in der Vergangenheit mit dem Vorwurf konfrontiert, mit Software des US-Unternehmens ihre Mitarbeitenden auszuspionieren.

Karp äusserte in vergangenen Interviews Verständnis für die Vorwürfe, wies aber auch darauf hin, dass durch Software von Palantir in der Vergangenheit auch schon mehrere Terroranschläge verhindert werden konnten. Das Unternehmen hat bisher noch nie einen Gewinn erzielt, letztes Jahr belief sich der Verlust auf 1,2 Milliarden Dollar. Trotzdem glauben die Investoren anscheinend weiterhin an Palantir und unterstützen das Unternehmen mit regelmässigen Finanzspritzen.

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