4:0 gegen Litauen: Reichlich Ketchup und ein erleichterter Petkovic
Aktualisiert

4:0 gegen LitauenReichlich Ketchup und ein erleichterter Petkovic

Die Erleichterung stand dem Nationaltrainer ins Gesicht geschrieben, Genugtuung und auch etwas Stolz. Vladimir Petkovic war rundum zufrieden mit dem 4:0 gegen Litauen.

von
Sandro Compagno

Es waren nicht nur die drei Punkte, welche die Schweiz in der Gruppe E der EM-Qualifikation wieder auf Kurs bringen. Es war die Art und Weise, wie die Schweizer Fussball-

Nationalmannschaft an diesem regnerischen Samstagabend in St. Gallen auftrat. «Wir haben einen guten Eindruck hinterlassen», stellte Petkovic fest. «Wir haben in der ersten Halbzeit gesehen, dass Litauen kein einfacher Gegner war. Sie standen hinten gut und wenn man seine Chancen nicht nutzt, dann wird es schwierig.» Der schliesslich klare Sieg sei auch für ihn sehr wichtig, gab der schweizerisch-kroatische Doppelbürger zu. «Es nimmt etwas Druck weg bis zum nächsten Spiel.»

Die Schweizer Nati wusste zu gefallen gegen einen Widersacher, der nicht mit der Absicht nach St. Gallen gereist war, an einem Fussballspiel aktiv teilzunehmen. Das musste sogar der litauische Nationaltrainer Igoris Pankratjevas zugeben: «Die Schweiz hat verdient gewonnen, sie war im ganzen Spiel überlegen. Es ist schwierig, ein ganzes Spiel nur zu verteidigen.»

Das 1:0 als Befreiungsschlag

Mehr als eine Stunde ging die litauische Taktik gut, sich mit neun Mann am eigenen Strafraum einzugraben. Mit dem 1:0 war der Bann gebrochen. In der AFG-Arena wurde Josip Drmic als Torschütze angegeben, eher aber war es Eigentor des litauischen Schlussmannes Giedrius Arlauskis. Drmic stand gerademal drei Minuten auf dem Platz, ehe er in der 66. Minute nach einem Eckball von Xherdan Shaqiri hochstieg und dabei Goalie Arlauskis und Verteidiger Andriuskevicius derart irritierte, dass der Keeper den Ball ins eigene Tor flutschen liess.

«Für dieses erste Tor haben wir viel Energie aufgewendet, danach wurde alles einfacher», stellte Petkovic fest.« Dieses 1:0 war ein Befreiungsschlag, es machte die Beine und die Köpfe leichter.» Und es war ein Tor, das wieder einmal das Ketchup-Gleichnis von Ruud van Nistelrooy bestätigte. Der legendäre holländische Stürmer hatte einst philosophiert: «Tore schiessen ist wie Ketchup. Manchmal kommen sie einfach nicht, so sehr du es auch versuchst, aber irgendwann fallen sie alle auf einmal!»

Unzählige Male hatten es die Schweizer zuvor versucht. Haris Seferovic, Blerim Dzemaili und Xherdan Shaqiri waren vor der Pause am litauischen Goalie Giedrius Arlauskis oder den eigenen Abschlussschwächen gescheitert, Admir Mehmedi hatte in der 56. Minute den Pfosten getroffen. Gezweifelt habe er nie, sagte Petkovic nach dem Spiel: «Ich war enttäuscht, weil wir so viele Chancen nicht nutzen konnten. Aber wir wussten, es würde nicht ewig dauern, dass wir Chancen kreieren und keine Tore schiessen.» In der Pause habe er an seine Mannschaft appelliert, Geduld zu haben. Die hatte sie und dafür wurde sie belohnt. Mit reichlich Ketchup.

Deine Meinung