23.09.2019 18:45

VermögenReichste Schweizer werden immer reicher

Die Vermögen in der Schweiz sind in den letzten Jahren laut einer neuen Analyse des Bundes stark gewachsen. Das reichste Prozent hat mehr Geld.

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bz/sda
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Das geringste Vermögen pro Einwohner verzeichnet der Kanton Freiburg mit 99'099 Franken.

Das geringste Vermögen pro Einwohner verzeichnet der Kanton Freiburg mit 99'099 Franken.

Keystone/Martin Ruetschi
Jura: 100'762 Franken.

Jura: 100'762 Franken.

Rolfst
Solothurn: 101'708 Franken.

Solothurn: 101'708 Franken.

Vichot

1792 Milliarden Franken Vermögen vereinten die Schweizer Haushalte Ende 2015 insgesamt. Pro Einwohner sind das 215'166 Franken, wie eine Auswertung der Eidgenössischen Steuerverwaltung der Steuerdaten von 2003 bis 2015 zeigt.

Sehen Sie in der Bildstrecke oben, wie die Vermögen pro Einwohner in den Kantonen abschneiden.

Steigerung um fast 43 Prozent

Das reichste Prozent der Bevölkerung hat sein Vermögen von 2003 bis 2015 um fast 43 Prozent gesteigert. Dagegen sind die schwächeren drei Viertel aller Vermögen um 18,6 Prozent gestiegen. Insgesamt ist das Vermögen in der Schweiz in diesen zwölf Jahren von 1038 auf 1792 Milliarden Franken gestiegen. Abgesehen vom Jahr 2008 nahm es jedes Jahr zu.

55,46 Prozent der Vermögen liegen unter 50'000 Franken, 24,53 Prozent der Schweizer weisen kein Vermögen aus. 5,72 Prozent der Vermögen übersteigen eine Million Franken und 0,28 Prozent liegen über 10 Millionen Franken, was 66,59 Prozent beziehungsweise 30,34 Prozent des Gesamtvermögens des Landes entspricht.

Ungleiche Verteilung im Kanton Genf

Die Vermögensverteilung variiert von Kanton zu Kanton. Sie wird ausgedrückt durch den Gini-Koeffizienten, der die Verteilung mit Werten von 0 (alle besitzen gleich viel) bis 1 (eine Person besitzt alles) misst. Am ungleichsten verteilt sind die Vermögen im Kanton Genf (0,92), am wenigsten stark differieren sie im Kanton Uri (0,72). Der Schweizer Durchschnitt liegt bei 0,86 und ist gegenüber 2003 (0,83) gestiegen.

Die Angaben beziehen sich auf das Nettovermögen, also das steuerbare Vermögen ohne Sozialabzüge. Nicht berücksichtigt sind Auslandsvermögen sowie die Vermögen in der zweiten und dritten Säule der beruflichen Vorsorge. Besitzt eine Person Vermögen in mehreren Kantonen, so wird es auf diese Kantone aufgeteilt.

Im April reichte die Juso die 99%-Initiative ein. Diese will das reichste Prozent der Schweizer Bevölkerung stärker besteuern. Dabei sollen Kapitaleinkommen wie Zinsen und Dividenden 1,5-mal so stark besteuert werden wie Arbeitseinkommen. Gelten würde ein Freibetrag. Dessen Höhe lässt der Initiativtext offen.

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