28.02.2015 18:52

SVP-NationalratReimann will Atom-Müll im Ausland entsorgen

SVP-Politiker Maximilian Reimann will den radioaktiven Abfall auf eine einsame Insel oder ins Gebirge verbannen – Hauptsache ausserhalb der Schweiz. Dafür hat er einen Vorstoss eingereicht.

von
dia
Transport- und Lagerbehälter für hochradioaktive Abfälle stehen im Behälterlagergebäude im Zwischenlager ZWILAG in Würenlingen AG.

Transport- und Lagerbehälter für hochradioaktive Abfälle stehen im Behälterlagergebäude im Zwischenlager ZWILAG in Würenlingen AG.

Wohin mit dem Atom-Müll? Keiner will den radioaktiven Abfall, doch irgendwo in der Schweiz muss er gelagert werden, schreibt das Gesetz vor. Dies könnte sich bald ändern, wenn es nach dem Aargauer SVP-Nationalrat Maximilian Reimann geht. Wie der Sender «Tele M1» berichtet, will der Politiker in der kommenden Woche in Bundesbern einen Vorstoss einreichen und damit eine Änderung im Kernenergiegesetz erwirken.

So soll es künftig möglich sein, den Atom-Müll im Ausland zu entsorgen. «Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es an einem anderen Ort auf der Welt eine idealere Endlagerstätte als in der Schweiz gibt. An dieser sollten wir uns beteiligen können, wenn sich die Möglichkeit dazu bietet», so Reimann im Beitrag.

Insel oder Gebirge?

Auf einen Ort ausserhalb der Landesgrenzen hat sich der SVPler aber noch nicht festgelegt. Am besten wäre laut Reimann ein Ort, der wenig besiedelt sei, wie zum Beispiel eine Inselgruppe im Meer oder ein Gebirge. «Dort, wo niemand wohnt, hat auch niemand Angst vor radioaktiv-verstrahltem Müll.»

Reimanns Vorschlag kommt bei der Nagra-Chefin Corina Eichenberger gar nicht gut an. «Auf der einen Seite will man nicht mehr Ausländer in der Schweiz und die eigenen Produkte schützen. Aber den unbequemen Abfall will man ins Ausland exportieren.» Auch SP-Nationalrat Max Chopard hat seine Zweifel. Er könne sich aber eine Ausland-Lagerung vorstellen, sollten alle Standorte in der Schweiz ungeeignet sein.

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