Aktualisiert 11.10.2017 15:45

Bern-Belp Reisebüro pleite, Chef veduftet

Das Belper Reisebüro Holiday Maker ist in Konkurs, der Inhaber ist untergetaucht. Die Leidtragenden sind die Kunden, die ihre einbezahlten Gelder wohl nicht wiedersehen.

von
sul
Das Reisebüro an der Bahnhofstrasse ist seit Tagen geschlossen.

Das Reisebüro an der Bahnhofstrasse ist seit Tagen geschlossen.

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Wo ist Rudolf Zaugg? Seit ein Einzelgericht letzte Woche den Konkurs über das Belper Reisebüro Holiday Maker eröffnet hat, fehlt von dessen Inhaber jede Spur. Das berichtet die «Berner Zeitung».

Die Website des Büros wurde am Dienstag entfernt und der Laden an der Bahnhofstrasse ist seit Tagen geschlossen. «Wir wissen nicht, was los ist», sagt eine Frau, die im gleichen Geschäfts- und Wohnhaus wohnt, gegenüber der Zeitung. Ein Kunde habe letzte Woche bezahlte Reisedokumente abholen wollen und sei vor verschlossener Tür gestanden.

Kunden haben schweren Stand

Er dürfte nicht der Einzige sein, der sich verschaukelt fühlt: Bereits letzte Woche vermeldete die Zeitung «Travel Inside», dass Kunden bei Holiday Maker teure Reisen bezahlt, jedoch nie die Unterlagen erhalten hätten. In einem Fall gehe es sogar um ein 11'000-Franken-Dossier für die Malediven. Geprellte Kunden hätten bei der Polizei bereits Anzeige erstattet.

Die Anzeige dürfte den Betroffenen allerdings wenig bringen. «Sie werden das Geld kaum zurückerstattet erhalten», sagt Walter Kunz, Geschäftsführer des Schweizer Reise-Verbands, gegenüber der «Berner Zeitung». Grund: Holiday Maker ist bei keinem der drei Schweizer Kundengeldabsicherer angeschlossen. Diese garantieren für die einbezahlten Beträge, falls ein Reisebüro nicht mehr zahlungsfähig ist.

Verwechslungen mit Zürcher Reisebüro

Kurios am Fall ist auch, dass Ferienmacher Zaugg Logo und Name des bekannten Zürcher Arabien-Spezialisten Holiday Maker Tours verwendet. «Das Büro in Belp hat allerdings gar nichts mit uns zu tun», stellt Geschäftsführer Philippe Raselli gegenüber «Travel Inside» klar. Sein Vater habe Zaugg vor langer Zeit einen «Freundschaftsdienst» erwiesen, indem er ihm das Logo zur Nutzung überlassen habe. Es sei deshalb schon ab und zu zu Verwechslungen gekommen, worunter der Ruf des Unternehmens leide.

Wurden auch Sie von diesem Reisebüro um Geld geprellt? Schreiben Sie uns.

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