Hunderte Schweizer auf Malediven: Reisebüros sagen Ausflüge nach Malé ab
Aktualisiert

Hunderte Schweizer auf MaledivenReisebüros sagen Ausflüge nach Malé ab

Auf den Malediven herrscht Ausnahmezustand. Flughafen und Resorts seien nicht betroffen, beruhigen Schweizer Reiseveranstalter. Die Hauptstadt Malé aber sollte man meiden.

von
M. Rehberg

Die Regierung hat nach Protesten auf den Malediven den Ausnahmezustand verhängt. (Video: Tamedia/AP/Storyful)

Der Ausnahmezustand auf den Malediven versetzt viele Schweizer Touristen in Sorge. Länder wie die USA, Indien oder China haben Reisewarnungen herausgegeben. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten rät von Reisen auf die Malediven nicht ab, hat aber seine Reisehinweise für das Land angepasst: In der Hauptstadt Malé müsse vermehrt mit Demonstrationen und gewalttätigen Ausschreitungen gerechnet werden. Menschenansammlungen sollten die Reisenden meiden. Die Flughafeninsel sowie die Hotelinseln seien aber bisher von den Unruhen nicht betroffen. Das deutsche Auswärtige Amt rät von nicht notwendigen Reisen nach Malé ab.

Verschiedene Schweizer Reiseanbieter haben auf die Unruhen in der Hauptstadt bereits reagiert: Sowohl TUI Suisse als auch Hotelplan sowie der Konzern DER Touristik Suisse, zu dem Kuoni und Helvetic Tours gehören, haben Ausflüge nach Malé bis auf weiteres aus ihrem Programm genommen. Wer bereits einen Ausflug nach Malé gebucht habe, bekomme die Kosten selbstverständlich zurückerstattet, sagt DER-Touristik-Sprecher Markus Flick zu 20 Minuten. Für nicht betroffene Gebiete – also alle touristisch geprägten Teile des Staates – gelten bei DER Touristik aber weiterhin die üblichen AGB.

Hunderte Schweizer auf den Malediven

TUI Suisse hat momentan mehrere hundert Schweizer Gäste auf den Malediven untergebracht. Der Anbieter rät seinen Kunden derzeit nicht von einer Reise ab. Bisher habe es noch keine Annullationen oder Umbuchungen wegen der politischen Lage gegeben, berichtet Mediensprecherin Bianca Schmidt. Über Hotelplan sind laut der stellvertretenden Sprecherin Michèle Hungerbühler 136 Schweizer auf den Inseln, bis zum 20. Februar werden weitere 263 Hotelplan-Gäste auf den Malediven landen. Auch sie hat noch keine Annullationen zu vermelden. «Unsere Reiseveranstalter mit einem Malediven-Angebot – Kuoni, Helvetic Tours und Manta Reisen – zählen derzeit 600 Gäste vor Ort», sagt DER-Touristik-Sprecher Flick.

Alle Reiseanbieter betonen, sie stünden in ständigem Kontakt mit den Agenturen und Reiseleitungen vor Ort und würden reagieren, sollte sich die Situation ändern. Hungerbühler zufolge hat die maledivische Tourismusbehörde in einem Schreiben versichert, dass für Touristen keine Gefahr bestehe.

Besorgte Touristen, gelassener Expat

Während einige Schweizer Malediven-Reisende ihren Ferien trotz der Unruhen gelassen entgegenblicken, sind viele Touristen doch verunsichert. «Meine Frau macht sich Sorgen», sagt etwa Matthias Konrad zu 20 Minuten. Das Ehepaar reist am Donnerstag für zwei Wochen in die Flitterwochen auf die Malediven. Er selbst habe zwar ein leicht mulmiges Gefühl, versuche aber trotzdem, die Ferien in vollen Zügen zu geniessen, beteuert der 29-Jährige aus Liechtenstein. Andere Schweizer Touristen sind bereits vor Ort. Auf den Ferieninseln abseits von Malé bekommen sie aber nichts von den Unruhen mit.

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Ein Schweizer Expat, der anonym bleiben möchte, betont, er merke von den Unruhen in Malé nicht viel. Gewisse Orte sollten die Touristen zwar meiden, aber der Alltag gehe weiter wie bisher. Auch er sagt, in den Resorts und auf der Flughafeninsel gehe alles seinen gewohnten Gang. Als Tourist solle man die Einheimischen bloss nicht auf die Politik ansprechen. Seine Vermutung: «Dem Präsidenten geht langsam die Luft aus, weil sich immer mehr gegen ihn stellen, daher der Ausruf des Notstands.»

Gemäss EDA sind 50 Schweizer Staatsangehörige auf der Schweizer Botschaft in Colombo, die auch für die Malediven zuständig ist, mit Wohnsitz auf den Malediven registriert.

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