Chaos in Ägypten: Reisebüros streichen Ägypten-Ferien vorerst

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Chaos in ÄgyptenReisebüros streichen Ägypten-Ferien vorerst

Das EDA warnt vor Reisen nach Ägypten – auch in die Badeorte. Reisebüros reagieren: Ferien am Roten Meer werden gestrichen. Wer will, wird sofort ausgeflogen.

von
nj

Strassenschlachten mit Toten und Verletzten, eine Ausgangssperre ab 19 Uhr und weitere angekündigte Demonstrationen: Weil sich die Situation in Ägypten in den letzten Tagen weiter zugespitzt hat, hat das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) nun eine Reisewarnung für das ganze Land herausgegeben – inklusive Feriendestinationen am Roten Meer.

Von Ferien- und anderen nicht dringenden Reisen nach Ägypten rate man ab. Wer sich bereits in Ägypten aufhalte, solle die Anweisungen der Sicherheitsbehörden befolgen. Dazu zählen die verhängten Ausgangssperren. Demonstrationen und Menschenansammlungen sollten gemieden werden.

Reisebüros reagieren

Die Schweizer Reiseveranstalter haben bereits auf diese Warnung reagiert. «Kuoni Schweiz hat für seine Veranstalter die Annullations- und Umbuchungsbestimmungen entsprechend angepasst», heisst es. Wer also bereits Ferien in Ägypten gebucht hat, muss diese nicht antreten. Die Reisen bis zum 20. September können ohne weitere Kosten annulliert oder umgebucht werden. Man kontaktiere die Kunden über die Buchungsstelle, um alternative Feriendestinationen anzubieten.

Die 450 Touristen, die sich bereits in Ägypten befinden, zurückzuholen hält Kuoni derzeit nicht für nötig: «An den Ferienorten am Roten Meer ist die Lage weiterhin ruhig. Eine Rückkehr der Reisenden wird mit den geplanten Flugverbindungen erfolgen», so Chief Communications Officer Peter Brun.

Wenn nötig, gehts in Extra-Fliegern heim

Auch Hotelplan, zu dem Denner Reisen, Migros Ferien, Hotelplan, Tourisme Pour Tous und Travelhouse/Sierramar gehören, hat sich gemeldet. Das Unternehmen hat derzeit 333 Touristen in Ägypten. Es geht einen Schritt weiter als Kuoni: Alle Reisen nach Ägypten werden bis 20. September 2013 abgesagt. «Wir fliegen mit keinen Kunden nach Ägypten. Alle Charterflüge fliegen leer nach Ägypten, holen aber Kunden, die vor Ort sind, zurück», sagt Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir.

Mit den Kundinnen und Kunden vor Ort klären die lokalen Reiseleiter momentan individuell die Rückreisebedürfnisse ab. «Sollte sich die Situation zuspitzen, werden Extraflüge organisiert», sagt Huguenin-dit-Lenoir.

Der Reiseveranstalter L?Tur bietet den Kunden bis 15. September eine Frist, um kostenlos umbuchen können. Sie können zu einem anderen Zeitpunkt nach Ägypten reisen oder eine andere Destination wählen. Wer will, kriegt sein Geld zurück. Noch habe sich niemand gemeldet, der Ägypten vorzeitig verlassen möchte, sagt Sprecherin Nina Meyer,

«Unruhen könnten sich ausbreiten»

Wie die Reiseveranstalter behält auch das EDA die Lage im Auge. Die Botschaft in Kairo beobachte die Entwicklung aufmerksam und sei vorbereitet. Sie stehe in Kontakt mit Verbindungspersonen in den Badeorten. «Dort ist die Sicherheitslage bisher stabil, es ist jedoch nicht auszuschliessen, dass sich die Unruhen auf das ganze Land ausweiten», heisst es in der Mitteilung.

Bisher habe man keine Kenntnisse von Schweizer Bürgerinnen und Bürgern, die während der Auseinandersetzungen zu Schaden gekommen wären. Die Flugverbindungen funktionierten normal und Personen, die das Land verlassen möchten, könnten dies ohne Hilfe durch die Botschaft tun.

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