«Unhaltbare Zustände» - Reisende auf dem Nufenenpass verrichten ihr Geschäft im Freien
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«Unhaltbare Zustände»Reisende auf dem Nufenenpass verrichten ihr Geschäft im Freien

Weil die Stromleitung beschädigt ist, sind Restaurant und WC-Anlage auf dem Nufenenpass noch immer geschlossen. Wer es sich nicht verkneifen kann, erleichtert sich am Strassenrand.

von
Céline Meisel
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Auf dem Nufenenpass kann man zurzeit keine Toilette nutzen.

Auf dem Nufenenpass kann man zurzeit keine Toilette nutzen.

Bild: Wikipedia/Adrian Michael 
Dies liegt an den kaputten Stromleitungen.

Dies liegt an den kaputten Stromleitungen.

Wikipedia/Alexander Hoernigk
Letzten Herbst beschädigte ein Erdrutsch die Leitungen.

Letzten Herbst beschädigte ein Erdrutsch die Leitungen.

Wikipedia/Adrian Michael

Darum gehts

  • Der Nufenenpass ist seit einem Monat geöffnet, die Sommersaison in vollem Gang.

  • Der obligate WC-Stopp nach der mehrstündigen Autofahrt fällt allerdings aus: Restaurant und WC-Anlage sind wegen einer beschädigten Stromleitung geschlossen.

  • Besucherinnen und Besucher, die es sich nicht verkneifen können, erleichtern sich hinter Büschen und Steinen. Die Situation sorgt für Kritik.

  • Die Restaurant-Inhaber wollen die Leitung sanieren. Wer für die Kosten aufkommt, scheint indes noch unklar.

Seit gut einem Monat sind die Obergommer Pässe Grimsel, Furka und Nufenen wieder geöffnet. Auf letzterem allerdings sind Restaurant und WC-Anlage aber noch immer geschlossen. Viele Reisende, die es sich nach einer mehrstündigen Autofahrt nicht mehr verkneifen können, verrichten ihr Geschäft am Strassenrand, hinter einem Stein oder einem Busch. Gäste klagen über «unhaltbare Zustände» und fehlende Hygiene, wie der «Walliser Bote» berichtet.

Am Ursprung des Übels liegt ein Erdrutsch im letzten Herbst, der die Stromleitung auf der Nufenenpasshöhe beschädigte. Seither sind Restaurant, Kiosk und Swisscom-Leitung ohne Strom. Nur der Kiosk kann aktuell betrieben werden. Die Stromleitung ist privat und gehört den Inhabern des Restaurants. Man wolle «das Problem natürlich so schnell wie möglich lösen und das Restaurant öffnen», sagt ein Mitinhaber gegenüber der Zeitung.

Wer ist zuständig?

Unklar scheint indes, wer für die kostspielige Sanierung aufkommen soll: die öffentliche Hand, die normalerweise öffentliche Erschliessungsgebühren übernimmt, oder doch die Besitzer. Im Vertrag zum Ende der 1960er Jahre erbauten Restaurant ist nämlich festgehalten, dass der Eigentümer dieses selbst mit Strom und Wasser zu versorgen hat. Fest steht, dass die Restaurant-Besitzer für die ebenfalls zu sanierende Wasserleitung verantwortlich sind.

Neben erwähnten Unannehmlichkeiten aufgrund der geschlossenen Sanitäranlagen bringt die aktuelle Situation auch einen Sicherheitsmangel mit sich. Denn wer den Nufenen überquert, hat mehrere Minuten lang keinen Empfang. Gemeindepräsident Patric Zimmermann sagt: «Dass das Swisscom-Netz auf dem Nufenen derzeit nicht funktioniert, kann bei einer Panne oder einem Unfall zu einem Problem werden.»

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