Aktualisiert 07.08.2011 14:47

Chiasso Richtung Gotthard

Reisende sassen nach Unfall im Tunnel fest

In der Nacht auf Sonntag kam es im San Salvatore Tunnel auf der A2 nach Lugano zu einem schweren Verkehrsunfall. Über drei Stunden mussten die Reisenden danach im Tunnel ausharren.

von
jep
Stau nach schwerem Verkehrsunfall im San Salvatore Tunnel auf der A2 nach Lugano in Richtung Norden. Leserreporter Ardian Emini wartete studenlang im Tunnel.

Stau nach schwerem Verkehrsunfall im San Salvatore Tunnel auf der A2 nach Lugano in Richtung Norden. Leserreporter Ardian Emini wartete studenlang im Tunnel.

Am Ende des 1,7 Kilometer langen San Salvatore auf der Autobahn A2 Richtung Gotthard kam es am Sonntag kurz nach 1 Uhr Nachts zu einem Verkehrsunfall. Laut Kantonspolizei Tessin verletzten sich dabei zwei Personen schwer. Wie es genau zum Unfall kam, konnte die Kantonspolizei am Sonntagmorgen noch nicht sagen. Klar ist, dass in den Unfall keine anderen Autos involviert waren. Das Tunnel wurde darauf gesperrt und konnte erst um 4.30 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Für die Autos, die sich zum Unfall im Tunnel befanden hiess das stundenlanges Warten. «Die Situation war katastrophal», schreibt Leserreporter Ardian Emini. Auch Lerserin Julia Nauta war unter den Wartenden. «Die Sicherheitskräfte vermittelten keinerlei Informationen, es gab weder eine Möglichkeit seine Notdurft zu erledigen, noch wurde Wasser oder Verpflegung organisiert.» Die Polizei sei hilflos gewesen und habe mit gehässigen Sprüchen reagiert. «Im Tunnel war es heiss und stickig, alle Leute standen auf der Fahrbahn, auch Kinder», so die Leserreporterin. Nach zwei Stunden hätte die Polizei versucht, alle im Tunnel festsitzenden Fahrzeuge rückwärts aus dem Tunnel rauszubringen. «Die ersten Fahrzeuge hatten schon begonnen zu wenden, da brach Panik aus». Die Sicherheitskräfte vor Ort hätten kein Konzept gehabt um vernünftig zu reagieren. «So etwas von Unprofessionalität habe ich noch nie erlebt», kritisiert Julia Nauta.

Sicherheit mit Note «bedenklich»

Der 1968 erbaute San Salvatore-Tunnel zwischen Melide und Grancia erhielt in früheren Sicherheitstests immer wieder die Note «bedenklich». Danach wurden die Fluchtwege mit beleuchteten Schildern gekennzeichnet. Ausserdem wurden die Beleuchtungsanlage der Querschläge zwischen den beiden Röhren, die als Flucht- und Rettungswege dienen, vervollständigt, und die Lüftungsschächte gesichert.

Mehr Details zum Unfall und den Problemen im Tunnel wollte die Kantonspolizei Tessin am Nachmittag bekanntgeben.

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