Aktualisiert 13.11.2007 10:07

Reiseverbot für Hooligans

Nach der Welle von Gewalt, welche die Tifosi in Italien am Sonntag nach dem Tod eines Lazio-Fans durch den Pistolenschuss eines Polizisten losgetreten hatten, sagte die Regierung den militanten Fans den Kampf an. Als erste Massnahme wurde ein Reiseverbot für Ultras verhängt.

Einen Tag nach den wüsten Szenen in vielen Städten des Landes begann für Politik, Fussball-Verband und Liga die Suche nach den geeigneten Mitteln, um die Gewalt rund um den Calcio einzudämmen. Als erste Massnahme wurde ein Reiseverbot für alle Tifosi verhängt, die in Gruppen zu Auswärtsspielen fahren wollen. Sportministerin Giovanna Melandri forderte zudem einen Unterbruch der Serie A von mehreren Wochen. Wegen der EM-Qualifikation ruht der Spielbetrieb der höchsten Liga am kommenden Wochenende ohnehin; die Partien der Serie B wurden abgesagt.

Nach dem Unglück vom Sonntagmorgen war es vor allem in Rom zu Gewalttätigkeiten gekommen. Unter anderem griffen mehrere hundert Tifosi von Lazio Rom und der AS Roma im Zentrum der Stadt eine Polizeikaserne an. Nach Angaben der Polizei wurden dabei 40 Beamte verletzt. Ernst sei der Zustand eines Polizisten, der von einer Eisenstange getroffen wurde. Vier Randalierer, die nach dem Angriff auf die Kaserne und den Sitz des Nationalen Olympischen Komitees CONI festgenommen wurden, stehen unter Terrorismus-Verdacht.

Auch in anderen Städten hatten Fans Polizisten angegriffen. Der tragische Zwischenfall, der zum Tod des 28-jährigen Lazio-Fans Gabriele Sandri führte, war für die Ultraszene im ganzen Land Grund und Rechtfertigung zugleich, Polizisten anzugreifen. Die Ultras gelten spätestens seit dem letzten Februar als Totengräber des Calcio. Damals hatte ein 17-jähriger Fan am Rande des Derby Catania - Palermo einen Polizeikommandanten getötet. Nun drehten sie den Spiess um. Nach dem Tod des Lazio-Fans schlüpften die Ultras in die Rolle der Opfer, die sich gegen jegliche Staatsgewalt auflehnen.

(si)

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