Aktualisiert 15.01.2020 14:08

Jobangebot«Reist du gerne? Werde Waffenhändler»

Der Rüstungskonzern Ruag ist unter Beschuss: Unbekannte hängen in Berner Trams zynische Jobplakate auf und prangern damit die Geschäfte der Firma an.

von
miw
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Gemäss in Trams aufgehängten Inseraten sucht der Rüstungskonzern Ruag Waffenhändler.

Gemäss in Trams aufgehängten Inseraten sucht der Rüstungskonzern Ruag Waffenhändler.

Leser-Reporter/Alex Roza
«Reist du gerne? Werde internationaler Waffenhändler», steht auf dem Plakat. Und als düstere Andeutung auf die Waffenexporte des Unternehmens steht: «Starte bei uns durch und verändere das Leben von Millionen.»

«Reist du gerne? Werde internationaler Waffenhändler», steht auf dem Plakat. Und als düstere Andeutung auf die Waffenexporte des Unternehmens steht: «Starte bei uns durch und verändere das Leben von Millionen.»

Leser-Reporter/Alex Roza
Die Inserate wurden fotografiert, verschickt und auf Social Media geteilt.

Die Inserate wurden fotografiert, verschickt und auf Social Media geteilt.

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Berner Pendlern ist am Mittwoch ein aussergewöhnliches Jobangebot präsentiert worden: Gemäss in Trams aufgehängten Inseraten sucht der Rüstungskonzern Ruag künftige Waffenhändler. Um das Interesse potentieller Mitarbeiter zu wecken, steht auf den Hängekartons: «Reist du gerne? Werde internationaler Waffenhändler.»

Als solcher bereise man nämlich verschiedene Konfliktregionen oder kriegsinteressierte Länder. Bebildert wird der Flyer mit einem hübsch lächelnden Geschäftsmann im Rollkragenpullover und Wollmantel, einem smarten Waffenhändler also. Im Hintergrund sind Soldaten zu sehen, die triumphierend Kalaschnikows und andere Waffen in die Höhe stemmen.

Macht die Schweizer Firma tatsächlich solche Jobangebote? Vielmehr ist anzunehmen, dass es eine zynische Protestaktion gegen den Rüstungskonzern ist. «Es handelt sich hier um eine Guerilla-Aktion gegen unsere Firma», bestätigt Ruag-Sprecherin Kirsten Hammerich. Unbekannte hätten die Plakate heimlich an den offiziellen Werbeflächen der Trams aufgehängt. «Bernmoil wurde bereits informiert, die Plakate werden umgehend entfernt», sagt Hammerich.

Plakat zum Schmunzeln oder Nachdenken?

Doch nur schon der kurze Aushang der zynischen Plakate genügte, um viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die Inserate wurden fotografiert, verschickt und auf Social Media verbreitet. Auch 20 Minuten wurde das Waffenhändler-Angebot zugeschickt. «Ziemlich mutige Guerilla-Aktion», sagt ein Leser dazu. Und was meint man bei der Ruag zur Guerilla-Aktion? «Wir äussern uns nicht zum Inhalt des Plakates», sagt die Pressesprecherin. Doch sie fügt an: «Die Plakate brachten mich schon etwas zum Schmunzeln.»

Weniger ums Spassen ist es den Urhebern des Plakates. Dies zeigt die düstere Anspielung, die über dem Ruag-Logo zu lesen ist: «Starte bei uns durch und verändere das Leben von Millionen.»

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