Chronologie der Geschehnisse: Reitschule warnt neu mit Sirene vor Polizeieinsätzen

Aktualisiert

Chronologie der GeschehnisseReitschule warnt neu mit Sirene vor Polizeieinsätzen

Ein Polizeiauto fährt auf das Trottoir, der Polizeichef schreibt einen versöhnlichen Brief und die Reitschule ist neu mit einer Sirene ausgestattet. Warum?

von
miw
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In der Nacht auf Samstag fuhr ein ziviles Fahrzeug der Polizei bei der Reitschule aufs Trottoir.

In der Nacht auf Samstag fuhr ein ziviles Fahrzeug der Polizei bei der Reitschule aufs Trottoir.

Screenshot: Facebook/RJG
Grund war eine Sprayer-Aktion.

Grund war eine Sprayer-Aktion.

Screenshot: Facebook/RJG
Die beteiligten Seiten schildern die Geschehnisse auf ihre Weise.

Die beteiligten Seiten schildern die Geschehnisse auf ihre Weise.

Screenshot: Facebook/RJG

Die Ereignisse in der Stadt Bern rund um die Reitschule haben sich in den vergangenen Tagen wieder einmal überschlagen. Doch was ist eigentlich alles passiert – und weshalb?

Ausschlaggebend für die jüngste Entwicklung war der erste Freitagabend dieses Monats. Kurz nach Mitternacht fuhr ein ziviles Polizeiauto auf das Trottoir vor der Reitschule, um Sprayer anzuhalten. Bezüglich des Tempos kursieren zwei diametral unterschiedliche Versionen: Während die Polizei von «Schritttempo» spricht, beschuldigen Reitschüler, die Polizei sei schnell «wie bei einer Amokfahrt» auf dem Trottoir gerast.

Zwei Sichten, zwei Reaktionen

Nach wie vor ist nicht klar, wie schnell die Polizei tatsächlich auf die Menschenmenge zufuhr. Dennoch haben beide Seiten reagiert.

Der Kommandant der Kantonspolizei Bern, Stefan Blättler, der bisher nicht offensiv mit der Reitschule kommunizierte, wendet sich mit einem offenen Brief an die Reitschüler. Mit den Worten «ein ungewöhnlicher Weg, aber warum nicht» wurde das Schreiben im Internet veröffentlicht. Der Ton ist äusserst versöhnlich: «Zwischen den Besuchenden der Reithalle und der Kapo gibt es aus meiner Sicht keine Unterschiede in den Grundwerten.» Die Polizei habe aber den Auftrag, die Gesetze durchzusetzen und vor Ort etwa gegen Dealer vorzugehen.

Die Betreiber der Reitschule sehen hinter den Worten ein Ablenkungsmanöver, eine «gezielte PR-Aktion, um sich nach der aktuellen Kritik wieder in ein besseres Licht zu rücken». Dass die Zeilen des Kommandanten die Wogen nicht zu glätten vermochten, zeigte sich schon wenige Stunden später.

Die neue Alarmanlage der Reitschule

Noch am Tag der Veröffentlichung führte die Polizei auf dem Vorplatz des Kulturzentrums eine Drogen-Razzia durch. Vor Ort wurden die Polizisten aber promt von einer Sirene aus dem Innenhof der Reitschule überrascht. Die Betreiber warnen neuerdings mit einer «Schau-hin»-Sirene vor Einsätzen. «Die Sirene macht die Besucher der Reitschule auf die drohende Gefahr von Polizeiübergriffen aufmerksam», erklärt die Mediengruppe der Reitschule das neue Instrument. Der Alarm sei ein Mittel vonseiten der Reitschule für die Deeskalation.

Zeitgleich ertönt in der Stadt Bern erneut eine immerwährende Forderung: Nach dem jüngsten Vorfall fordern linke Parteien eine unabhängige Beschwerdestelle für die Kantonspolizei. Eine Lösung ist derzeit aber noch nicht in Sicht.

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