Aktualisiert 10.10.2012 19:14

Feuerwehr im Einsatz

Rekord-Regen lässt Pegel steigen

Ergiebige Niederschläge haben die Bach- und Flusspegel im Kanton Bern ansteigen lassen. In den Kantonen Schwyz und Glarus fiel in den letzten 48 Stunden mehr Regen als sonst im ganzen Monat Oktober.

Der starke Regen führte an vielen Orte der Schweiz zu Überschwemmungen, gefluteten Kellern und kleineren Erdrutschen. So wurden laut SF Meteo im Engelbergertal OW und in den Waadtländer Alpen über 70 Liter Niederschlag gemessen. Der Höchstwert von 126 Litern wurde jedoch in Amden-Arvenbüel SG gemessen.

Auch im Kanton Bern haben starke Niederschläge die Bach- und Flusspegel ansteigen lassen. Grössere Schäden wurden bis Mittwochabend aber nicht bekannt, wie ein Sprecher der Kantonspolizei auf Anfrage sagte. Nach seinen Angaben war am Mittag ein Abschnitt auf der Hauptstrasse zwischen Aarberg und Lyss überschwemmt worden. Im Berner Jura trat das Wasser da und dort über die Ufer; bei Corgémont stand eine Nebenstrasse unter Wasser.

SMS an Mattenquartier-Bewohner

In der Stadt Bern beobachteten die Einsatzkräfte aufmerksam den Pegelstand der Aare. Die Abflussmenge stieg bis am Abend auf 350 Kubikmeter pro Sekunde.

Der Alarmwert liegt mit 400 Kubikmetern pro Sekunde zwar noch deutlich höher. Die Feuerwehr verschickte aber vorsorglich ein SMS an die Bewohner des Mattequartiers, um sie auf das mögliche Eindringen von Wasser in die Keller hinzuweisen. «Es ist kein Alarm, aber wir wollen die Bevölkerung für die Situation sensibilisieren», sagte Franz Märki von der Berufsfeuerwehr Bern auf Anfrage. Über Nacht werde man die Aare aufmerksam beobachten, vor allem in Bezug auf mögliches Schwemmholz.

Brienz an der Spitze

Zugleich habe man Sofortmassnahmen im Bereich der Kanalisation ausgelöst und auch die Abschnittsverantwortlichen für den Fall eines Einsatzes bestimmt. Denn der Thunersee steige immer noch an. Märki wies aber auch darauf hin, dass sich die Lage nach Angaben der Meteorologen in der Nacht zum Donnerstag beruhigen sollte.

Am Abend sollte es nach den Erwartungen der Meteorologen noch etwas Regen geben, allerdings bei vergleichsweise kleinen Niederschlagsmengen. In der Nacht sollte es zunehmend abtrocknen. So werde sich die Situation in den Hochwassergebieten langsam entschärfen, teilte Meteonews mit.

Weite Teile des Kantons bekamen von Montagmittag bis Mittwochabend erhebliche Regenmengen ab. Laut Meteonews stammt der Spitzenwert aus Brienz mit 88,4 Litern pro Quadratmeter. Auf dem Napf waren es gut 83, auf dem Chasseral fast 75 Liter. Auch aus Adelboden und Meiringen wurden über 70 Liter gemeldet.

(sda)

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