Rekordjahr für Schweizer Banken
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Rekordjahr für Schweizer Banken

Schweizer Banken haben ein profitables Jahr hinter sich: UBS und Credit Suisse (CS) werden zusammen einen Gewinn von mehr als 20 Mrd. Franken ausweisen.

Die Jahresabschlüsse werden zwar erst im Februar präsentiert, aber die zwei Grossbanken lassen nach neun Monaten keine Zweifel offen: Die UBS wies Ende September einen Reingewinn von 8,85 Mrd. Franken (&17,3 Prozent) aus; CS präsentierte einen Gewinn von 6,65 Mrd. Franken (&40 Prozent).

Wenn man davon ausgeht, dass die Banken im letzten Quartal das Niveau vom Vorjahresquartal erreichen, kommt die UBS auf einen Jahresgewinn von fast 11,5 Mrd. Franken, bei der CS bleiben unter dem Strich 8,6 Mrd. Franken übrig.

Rekorde im ganzen Bankensektor

Dies wäre für die CS eine Steigerung von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die UBS hätte 20 Prozent mehr in der Kasse als im 2005. Die Ergebnisse der zwei Schweizer Riesen sind trotz ihres Ausmasses der Normalfall für den Bankensektor.

So wiesen beispielsweise die Kantonalbanken nach sechs Monaten einen Reingewinn von 1,4 Mrd. Franken aus; dies waren fast 18 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Die Raiffeisen- Bankengruppe steuert in die gleiche Richtung. Zudem präsentierten auch Julius Bär, Vontobel und Sarasin mehr als solide Ergebnisse.

Als grosse Gewinner dieser Entwicklung stehen der Fiskus und die Aktionäre da. Aber auch die Arbeitnehmer gehen nicht leer aus. Allein die UBS hat in diesem Jahr 700 neue Mitarbeiter in der Schweiz angestellt, wie aus dem Finanzbericht der Grossbank hervorgeht.

Auch die Raiffeisen-Gruppe hat ihren Mitarbeiterstamm erweitert. Zwischen Januar und September wurden 205 Angestellte engagiert. Diese Arbeitsmarkt-Entwicklung wird sich fortsetzen - auch wenn sich die Geschwindigkeit wahrscheinlich verlangsamen wird.

Positive Aussichten

Der Bankensektor habe sicher positive Aussichten, auch wenn das Wort «Sicherheit» häufiger genannt werde, als noch vor einem Jahr, sagt Steve Bernard, Präsident der Genfer Stiftung Place Financière. Michael Wiederkehr, Analyst bei der Privatbank Bordier & Cie sieht es ähnlich optimistisch.

«Die Perspektiven sind gut für Fusionen, Akquisitionen und Kreditgeschäfte. Gerade der tiefe Zinssatz fördere auch die Ausgabe von Anleihen», erklärt Wiederkehr. Es sei in nächster Zeit kein Zerfall der Ertragslage in Europa zu erwarten, versichert er.

Kein Zerfall, aber sicher eine Abschwächung sei unvermeidbar. «Die Bäume wachsen nicht in den Himmel», kommentiert Michel Dérobert, Sekretär des Verbands Schweizer Privatbanken. Er habe das Gefühl, dass sich der Höhepunkt des Börsenzyklus' am Horizont abzeichne.

Rückblickend erwies sich die Zielsetzung der Bankenbranche für 2006 als zu vorsichtig. Jedoch bestehe die Gefahr, dass es dieses Jahr gerade umgekehrt sei. Die Branche sei zu optimistisch, meint Dérobert.

Die grosse Unbekannte: USA

Einmal mehr hängt das weltweite Wachstum zum grössten Teil von den USA ab. Jean-Pierre Roth, Präsident der Schweizer Nationalbank (SNB), sieht eine sanfte Landung im Land der unbeschränkten Möglichkeiten. Viele Ökonomen zeigen sich jedoch um einiges skeptischer, was die Zukunftsaussichten der USA anbelangen.

Eine Rezession in den USA würde zu einer Abschwächung an allen westlichen Börsen führen. Bei der Vermögensverwaltung führt ein sinkender Kurs automatisch zur Verringerung des Kapitals - dadurch schrumpfen auch die Kommissionen. Zudem reagiert Europa im Vergleich zur USA verzögert. Dies bestärkt die Schweizer Banken in ihrer vorsichtig optimistischen Haltung.

(sda)

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