Rekordpreiszerfall bei Häusern in Grossbritannien
Aktualisiert

Rekordpreiszerfall bei Häusern in Grossbritannien

Nun ist auch auf den britischen Inseln eine Immobilienblase geplatzt. Die Preise im Häusermarkt sind im Sinkflug. Im Mai fielen sie so stark wie seit Beginn der 90er Jahre nicht mehr.

Im Jahresvergleich ergibt sich ein Minus von 4,4 Prozent, verglichen mit April lag das Minus bei 2,5 Prozent, berichtet der britische Finanzdienstleister Nationwide. Begründet wird diese Entwicklung vor allem mit strengeren Kreditvergabestimmungen der Finanzinstitute, bedingt durch die von den USA ausgehende Kreditkrise. Die Folge: eine sinkende Nachfrage und längere Verkaufszeiten. «Man muss hier vorsichtig mit Pauschalisierungen umgehen, denn selbst innerhalb Grossbritanniens sind die Entwicklungen am Immobilienmarkt je nach Region sehr unterschiedlich»‚ sagt Sven Janssen, Analyst bei der Privatbank Sal. Oppenheim. Auch die Wechselwirkung zwischen Immobilienpreisen und Konsum müssten beachtet werden.

Preise fallen seit sieben Monaten

Die britischen Immobilienpreise fallen bereits seit sieben Monaten und erreichen prozentuelle Rückgänge wie zuletzt während der Rezession Anfang der 90er Jahre. Dabei wurde im Mai der grösste Preisverfall überhaupt seit Beginn der Nationwide-Aufzeichnungen im Jahr 1991 gemessen. Langfristig könnte die aktuelle Krise aber auch positive Entwicklungen nach sich ziehen. Strengere Vergabekriterien sollten zu geringer belasteten Kreditnehmern führen und damit langfristig den Markt stabilisieren. Allerdings muss man den Preisrückgang im Kontext der Preisanstiege der vergangenen Jahre sehen. Allein zwischen 1997 und 2007 haben die Preise um 190 Prozent zugelegt.

Auswirkungen auf Konsum?

«Bei der Entwicklung der britischen Häuserpreise müssen jedoch auch die Entwicklung des Konsums beobachtet werden. Mit fallenden Immobilienpreisen könnten kurzfristig Zinskürzungen einhergehen um makroökonomische Impulse zu setzen. Gleichzeitig besteht aber die Gefahr, dass sich die Situation dreht oder es wieder zu Zinserhöhungen kommt, während die Häuserwerte aber niedrig sind»‚ sagt Janssen. Dies würde finanzielle Belastungen bis hin zu Verlusten für Immobilienbesitzer bedeuten und letztlich auch negative Folgen für die Konsumentwicklung haben. Fraglich sei, welche Zeitverzögerung hierbei eintrete, bzw. wie weit die Häuserpreise noch fallen müssen, um Auswirkungen auf den Konsum zu haben.(scc/pte/rmd)

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