Aktualisiert 23.01.2008 16:00

Rekrut fällt auf Autobahn und wird überfahren

Ein Rekrut aus dem Kanton Solothurn ist heute Morgen auf der A1 aus einem Militärfahrzeug gefallen. Aus unerklärlichen Gründen öffnete sich die Hecktüre. Er starb noch auf der Unfallstelle.

Ein 20-jähriger Rekrut ist heute Morgen auf der Autobahn A1 bei Kemptthal aus einem Militärfahrzeug gestürzt. Wie Polizeisprecher Stefan Oberlin gegenüber 20minuten.ch sagte, sei bei dem Armeeauto eine hintere Flügeltüre aufgegangen. Daraufhin fiel der 20-jährige Rekrut der Rekrutenschule Fribourg auf die Autobahn. Der Rekrut wurde von dem Anhänger des Militärfahrzeuges, einem zivilen Lieferwagen sowie einem Lastwagen überrollt.

Dabei erlitt er tödliche Verletzungen, wie eine Sprecherin der Zürcher Kantonspolizei auf Anfrage sagte. Zu dem Unfall sei es um etwa 07.00 Uhr auf der St. Galler Fahrbahn gekommen. In der Folge bildete sich ein grösserer Rückstau auf der Autobahn.

Die Angehörigen des aus dem Kanton Solothurn stammenden Rekruten wurden durch die Kantonspolizei Solothurn sowie die militärischen Vorgesetzten persönlich informiert.

Insgesamt befanden sich neun Soldaten in dem Laster, wie Oberlin sagte. Die acht unverletzten Armeeangehörigen wurden nach Winterthur gefahren. Sie werden dort von einem Care-Team betreut.

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist noch unklar. Spezialisten der Kantonspolizei Zürich sowie des wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich führen in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland sowie dem militärischen Untersuchungsrichter die weiteren Ermittlungen durch, wie es in einem Communiqué heisst. Personen, welche Angaben zum Unfallhergang machen können, werden gebeten, sich mit der Kantonspolizei Zürich (Tel. 052 208 17 00) in Verbindung zu setzen.

Die Autobahn war ab Effretikon in Fahrtrichtung Töss gesperrt. Der Verkehr sei «zusammengebrochen», sagte Polizeisprecher Karl Steiner gegenüber 20minuten.ch. Die Fahrbahn sollte aber laut Polizei bis 11 Uhr wieder frei gegeben werden.

Die Armee wollte zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Informationen über den Unfall bekannt geben. «Das wären Spekulationen», sagte Armeesprecher Felix Endrich auf Anfrage. Die Rekruten gehörten zur Nachschub-/Rückschub-RS in Freiburg. Sie waren laut Endrich abkommandiert als Betriebssoldaten zu einer Logistik-Offiziersschule, die zur Zeit für eine Übung in der Ostschweiz weilt. Der Verunglückte und seine Kameraden waren in der 11. RS-Woche, wie Endrich sagte: Sie hatten am 29. Oktober ihren Militärdienst begonnen. Die RS endet am 14. März.

Gemäss Endrich handelte es sich bei dem Armeefahrzeug um einen «Mercedes Sprinter».

Marius Egger, 20minuten.ch/ap

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