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Wut und ÄrgerRekurs des FCZ gegen Geisterspiel-Urteil

Der FC Basel und der FC Zürich wurden zu Geisterspielen verurteilt und auf Seiten des FCZ ist man zutiefst empört und möchte sich wehren. Für den Mittwoch Nachmittag haben die beiden Vereine sogar zu einer gemeinsamen Pressekonferenz eingeladen.

von
Lars Gansäuer

Wieder einmal sorgte der FC Zürich für Schlagzeilen, doch nach der Meisterfeier waren es diesmal wieder negative Titel, die heute schweizweit auf den Sportseiten zu lesen waren: Der FC Basel und der FC Zürich wurden nach Ausschreitungen jeweils mit Geisterspielen bestraft. In Zürich ist man jedoch nicht bereit, dieses Urteil zu akzeptieren und kann gleich mehrere Gründe anführen, welche klarstellen, dass sowohl die Verhältnismässigkeit fehlt, als auch die Abläufe teilweise falsch dargestellt und das Gesamtpaket durch die Disziplinarkommission falsch bewertet wurde.

Die Vorfälle im Stadion und ausserhalb

Was war passiert, anlässlich des Spiels FC Zürich – FC Basel: Dort brannten Fans beider Lager während des Spiel jede Menge Pyro ab und betraten den Innenraum, teilweise aber sogar, weil dies feuerpolizeilich angeordnet war. Zudem warfen Basler Fans brennende Fackeln in die Zuschauerränge und schossen auch Leuchtraketen gezielt in andere Sektoren. All dies wurde im offiziellen Rapport so festgehalten. Zudem ereigneten sich nach dem Spiel rund um das Stadion und auch am Bahnhof Altstetten zahlreiche Auseinandersetzungen und Schlägereien.

Die Haftung der Vereine und des Stadionbetreibers

Unbestritten ist, dass ein Betreten des Innenraumes zwangsläufig zu einer Busse und Stadionverboten führt und das Abbrennen von pyrotechnischem Material ebenfalls hart bestraft wird. Was im Fall des Spiels Zürich – Basel anschliessend vom Sicherheitsinspizienten jedoch festgehalten wurde, war einerseits das vorbildliche, selbstregulierende Verhalten der Fans der Südkurve, andererseits die Anordnung der Feuerpolizei sowie die immer noch nicht veränderte, aber nun gebüsste bauliche Situation im Stadion Letzigrund (20 Minuten Online berichtete).

Eine Busse gegen beide Vereine ist somit angebracht und rechtens, doch wurden die Zürcher mit 80 000 Franken ungleich höher gebüsst als die Basler (keine Geldbusse). Eine derart hohe Geldbusse gab es bislang einzig nach der Skandalnacht von Basel im Jahre 2006, doch sind hier die Verhältnisse im Stadion nicht miteinander vergleichbar.

Die Problematik der Fackelwürfe

Anders hingegen verhält es sich mit den Fackelwürfen, die ja erstmals in Basel durch FCZ-Idioten zu beobachten waren. Dort erhielt der FCZ eine berechtigte Strafe von zwei Spielen unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Heimklub Basel ging korrekterweise ohne Strafe aus dem damaligen Verfahren hervor. Jetzt, im Fall der Basler Fackelwürfe und auf Zuschauer geschossene Leuchtraketen, wurde der FC Basel «nur» zu einem Geisterspiel verurteilt.

FCZ kündigt Rekurs an

Warum der FC Zürich nun jedoch neben der unverhältnismässig hohen Busse zusätzlich auch noch ein Geisterspiel als Strafe erhalten hat, sorgt im Lager des Stadtklubs für Ärger. Beim FCZ weiss man, dass die Fans Wiederholungstäter sind, doch diesmal hätten sie sich kaum etwas zu Schulden kommen lassen. «Wir haben das Urteil inzwischen auch schriftlich erhalten und uns daraufhin zusammengesetzt. Für uns ist klar, dass wir diese Sanktionen nicht akzeptieren und das Urteil daher weiterziehen werden», erklärt FCZ-Präsident Ancillo Canepa. Dies hat automatisch zur Folge, dass die erste Begegnung im Letzigrund gegen die Berner Young Boys am kommenden Dienstag nicht von diesem Urteil betroffen ist und das Fernsehspiel des ersten Spieltags mit entsprechend stimmungsvollem Rahmen in die heimischen Wohnzimmer übertragen wird.

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