Aktualisiert 16.03.2006 22:22

Rekurs: Gnadenfrist für Kosovo-Familie

Nach sieben Jahren in der Schweiz sollte eine Kosovo-Familie auf die Strasse gestellt werden. Der Rekurs eines Solidaritätskomitees hat gestern eine Gnadenfrist bewirkt.

Der fünfköpfigen Kosovo-Familie G. hätte ab Montag per sofort die kantonale Nothilfe gestrichen werden sollen. Der Betreuungsdienst des Kantons Appenzell Ausserrhoden hat der Familie, die in Wienacht-Tobel untergebracht ist, eine entsprechende Verfügung geschickt. Dies hätte bedeutet, dass sie mit ihren 9- bis 19-jährigen Kindern mittellos und ohne Dach über dem Kopf auf der Strasse gestanden wäre.

Die Familie G. lebt von der Nothilfe, weil sie vom Bund einen Nichteintretensentscheid erhalten hat. Verschiedene Rekurse wurden abgelehnt. Gegen die Verfügung rekurriert hat ein Komitee Aktion Wienacht – mit Erfolg: Der Rekurs hat eine aufschiebende Wirkung.

Für wie lange, ist unklar: «Sie werden nicht von der Ausschaffung verschont bleiben», erklärt Roland Diem vom Amt für Ausländer. Doch das Komitee will weiterkämpfen. Anwalt Tim Walker: «Die Familie kann nicht zurück. Ihr Dorf ist zerstört, Verwandte wurden umgebracht, und bei den Albanern gelten sie als Verräter, weil sie mit Serben Geschäfte gemacht haben.» Die Eltern seien traumatisiert und auf Behandlung angewiesen.

(feb)

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