Aktualisiert 14.06.2005 15:31

Rekurse gegen Stadion Hardturm

Der Bau des neuen Zürcher Fussballstadions Hardturm verzögert sich weiter.

Zwei Anwohnergruppen haben gegen die im Mai vom Stadtrat erlassene Baubewilligung Rekurse beim Regierungsrat erhoben. Die Rede ist von einer «unsorgfältigen Baubewilligung».

Erwartungsgemäss wenden sich die IG Hardturmquartier und die Anwohner der Bernoulli-Siedlung im Kreis 5 gegen die Baubewilligung vom 10. Mai. Die Rekursfrist zur Baubewilligung des 350-Millionen Franken teuren Stadions mit 30 000 Plätzen läuft am 20 Juni ab.

Die Anwohnergruppen waren bereits 2004 mit Einsprachen gegen den Gestaltungsplan präsent, jedoch in wesentlichen Punkten vor Bundesgericht unterlegen. Jetzt waren nur noch Anwohner, nicht mehr jedoch Organisationen wie der VCS, rekursberechtigt.

Fahrtencontrolling zu wenig konkret

In einem Communiqué vom Dienstag kritisiert die IG Hardturmquartier die Baubewilligung als unsorgfältig. Damit versuchten die Behörden erneut, einen politischen Entscheid zu erzwingen und die Nachbarschaftsrechte der Anwohnenden auszuhebeln.

Man suche vergeblich nach präzisen Aussagen und Auflagen zur Erschliessung der Baustelle oder zum Lärmschutz. Kritisiert wird ferner die mangelnde Umsetzung des sogenannten Fahrtencontrollings.

So sei nicht zu erkennen, wie die vom Bundesgericht bewilligte jährliche Höchstzahl von 2,7 Millionen Fahrten (die Stadion und Einkaufszentrum zusätzlich auslösen dürfen) eingehalten werden können. Entsprechende betriebliche Konzepte fehlten völlig.

Die Anwohnerinnen und Anwohner der Bernoulli-Häuser rügen in ihrer Medienmitteilung eine «unbefriedigende Einordnung des Stadions in die Umgebung» sowie den sogenannten «Schattenwurf».

Beide Gruppen machen geltend, dass das Stadion zu einer massiven Wertverminderung ihrer Liegenschaften führen würde. Die Rekurse wurden am Montag je von den Mitgliederversammlungen der beiden Anwohnergruppen abgesegnet.

Stadt Zürich: Bedauern und Gelassenheit

Urs Spinner, Mediensprecher des Zürcher Hochbaudepartements, bedauerte auf Anfrage die weitere Verzögerung. Im schlimmsten Fall könne diese zwei bis drei Jahre dauern. So könnten die Anwohner ihre Einsprachen ans Verwaltungs- und schliesslich ans Bundesgericht weiterziehen.

Was die konkreten Punkte der Einsprachen anbelangt, gibt sich Spinner aber gelassen. Das meiste was zusätzlich verlangt werde, sei gar nicht Gegenstand einer Baubewilligung. Dass es zur Frage des Fahrtenmodells noch offene Fragen gebe, sei auch dem Stadtrat klar.

Früher oder später werde das Stadion sicher gebaut, sagte Spinner. Dazu liefere bereits der vom Bundesgericht abgesegnete Gestaltungsplan eine ausreichende Grundlage.

(sda)

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