Studie: Religion beeinträchtigt Hirn
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StudieReligion beeinträchtigt Hirn

Die Erleuchtung kam durch Forscher der Uni Oxford: Die oft beobachtete Schmerzlinderung bei starken religiösen Gefühlen wird von einer speziellen Gehirnregion gesteuert.

Sie konnten die entsprechende Region im Frontallappen der Grosshirnrinde ausfindig machen. Die Wissenschaftler erhoffen sich von ihren Erkenntnissen neue Ansätze für die Schmerztherapie, wie sie am Dienstag mitteilten.

Bei einem Experiment verabreichten die Forscher je einem Dutzend praktizierender Katholiken und Nicht-Gläubigen Elektroschocks, wobei den Testpersonen ein Bild der Jungfrau Maria und ein ästhetisch ähnliches Gemälde von Leonardo da Vinci gezeigt wurde.

Anschliessend wurden die Teilnehmer befragt, wie stark die Schmerzen waren und welches Bild ihnen besser gefallen habe. Die Katholiken favorisierten das religiöse Motiv und berichteten von deutlich geringeren Schmerzen, wenn sie das Maria-Gemälde betrachteten.

Der anderen Testgruppe gefiel das nicht-religiöse Bild besser, aber der Schmerz war während dessen Betrachtung nicht geringer.

Während des Versuchs wurden die Gehirne der Testpersonen einer funktionellen Kernspintomographie unterzogen. Dabei wurden bei den Katholiken starke Aktivitäten in einem Hirnbereich hinter der Stirn (rechter ventrolateraler präfrontaler Cortex) nachgewiesen, wenn sie die Jungfrau Maria betrachteten.

Dieser Bereich des Gehirns ist unter anderem dafür zuständig, einer schlechten Erfahrung positive Bedeutung zu geben, um damit besser umgehen zu können. Bei den Nicht-Gläubigen tat sich in dieser Region während des Versuchs nichts. Die Studie ist im Fachjournal «Pain» veröffentlicht.

(sda)

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