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Renault Scénic II: Das Original glänzt mit Klasse und neuem Pfiff

1996 erfand Renault mit dem Scénic I das Rad zwar nicht neu – aber immerhin die Klasse der Kompaktvans. Mit dem Scénic II sorgen die Franzosen jetzt für neuerlichen Vorsprung durch Fantasie.

Gefällt mir, gefällt mir nicht; gefällt mir, gefällt mir nicht; gefällt mir, gefällt mir nicht – seit Jahren sorgt Renault mit seinem Design für Gesprächsstoff. Ob Avantime, Vel Satis, Scénic oder Mégane – die Franzosen polarisieren wie keine andere Marke. Das wirkt: Der Scénic fährt seit sieben Jahren auf Erfolgskurs. Und weil die Konkurrenz nicht mehr schläft, legen die Franzosen mit dem Scénic II nach. Und das nicht nur optisch. Auch der Scénic II verspricht laut Renault «das intelligente Raumkonzept eines Vans mit dem Fahrkomfort einer Limousine».

Versprechen gehalten: Auch der neue Scénic überzeugt – nebst dem frechen Design – mit inneren Werten. Der wohnliche und multifunktionale Innenraum lässt kaum Wünsche offen. Einzelsitze auf allen Plätzen, die sich verschieben, umklappen und ausbauen lassen, machen aus dem Familienauto innert Sekunden einen Kleintransporter und mit so viel Kleinkram, wie man im Scénic in Ablagefächern und Schubladen verstauen könnte, fährt kaum eine Familie spazieren.

Apropos Fahren: Der Fahrer fühlt sich im Scénic wie ein Trucker und geniesst auf den straffen und hohen Sitzen eine erstklassige Übersicht. Das macht Sinn, denn der von uns getestete 1,9-Liter Diesel sorgte mit seinen 120 PS für ordentlichen Vortrieb. 0 auf 100 in knapp 11 Sekunden und Spitze 188 genügen für alle Aufgaben und der Verbrauch von knapp 6 Litern ist in Anbetracht des multifunktionalen Wagens ein hervorragender Wert. Viel zum Fahrspass trägt beim Renault auch das knackige 6-Gang-Getriebe bei. Einziger Minuspunkt auf der Strasse: Die etwas leichtgängige Lenkung lässt den Scénic II mit höherem Tempo nicht sehr genau dirigieren.

Ansonsten überzeugt der Scénic II in allen Punkten. Mit einem Preis von 40 450 Franken für den Privilège Luxe (Reifendruckkontrolle, Einparkhilfe, Xenon-Scheinwerfer und Cabasse-Stereo-Anlage) bietet der Franzose einen einmaligen Gegenwert. Insbesondere für Leute, die auch bei einem praktischen Auto nicht auf avantgardistisches Design verzichten wollen.

Dieter Liechti

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