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Renhe Pei: «Wir müssen unsere Ansprüche senken»

Seit sieben Jahren arbeitet Renhe Pei als Arzt für Traditionelle chinesische Medizin (TCM) in der Schweiz. Mit seiner Präsenz an Zürcher Tram- und Bushaltestellen sollen sich die Pendler entspannen.

Wenn er spricht, denken seine Hände mit. Renhe Peis Gestik erinnert an fortgeschrittenes Tai-Chi. Der seriöse Eindruck, den er bei den Entspannungsübungen an den Haltestellen macht, steht im Gegensatz zum Schalk, der aus seinen Augen blitzt. Die Übungen seien bewusst einfach, damit die Leute eher mitmachen. Nur eine 45-Sekunden-Übung sei zwar ein bisschen wenig, aber doch ein guter Anfang.

Renhe Pei hat sich in China zum TCM-Arzt ausbilden lassen, weil er Menschen helfen wollte und weil Arzt ein angesehener Beruf ist. Als ihn das chinesische Departement für Medizin auswählte, um in der Schweiz zu praktizieren, war der 51-Jährige geschmeichelt.

Als er seine Stelle bei MediQi Baden antrat, war ihm die Art der Schweizer sehr fremd. «Die Chinesen sind offener und sagen, was sie denken», sagt er. Auch was die Beschwerden betrifft, unterscheiden sich die Schweizer von den Chinesen. Sehr viele Schweizer, «zu viele», leiden an Kopfschmerzen. Nebst klimatischen Ursachen führt das Renhe Pei in erster Linie auf den Arbeitsstress zurück.

Dieser rühre vor allem daher, dass die Leute zu viel wollen. «Wir müssen unsere Ansprüche senken», sagt er. Er sei normalerweise zufrieden mit dem, was er habe.

Auf die Frage, was ihn denn stresst, zuckt er nur die Schultern und lacht: «Momentan noch nichts.» Und man glaubt ihm.

Monica Müller

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