20 Minuten testet: Renndrohne fliegen? Eine verflixt schwere Aufgabe!

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20 Minuten testetRenndrohne fliegen? Eine verflixt schwere Aufgabe!

Digitalredaktor Tobias Bolzern versucht sich als Pilot: Den Quadcopter zu steuern, der für Rennen gedacht ist, verlangt viel Fingerspitzengefühl.

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Wie schwierig ist es, ohne jegliche Hilfsmittel mit einer Drohne abzuheben? 20 Minuten hat es ausprobiert. (Video: Stefan Wehrle)

Navigation per GPS, automatische Stabilisierung und Sensoren en masse: Was bei den meisten Drohnen heute zur Grundausstattung gehört, sucht man bei Renndrohnen, die in Handarbeit von ihren Piloten zusammengeschraubt wurden, vergebens.

Diese Quadcopter sollen vor allem eines sein: leicht und damit agil in der Luft. Entsprechend schwer ist es anfangs, eine solche Drohne zu manövrieren. Es bedingt fast der ruhigen Hand eines Chirurgen, da schon minimale Daumenbewegungen das Fluggerät in die Höhe katapultieren – oder auf den Boden hinunterschleudern können.

Brille auf!

Nach einer halben Stunde und fünffachem Bodenkontakt – aka Abstürzen – hatte der Autor den Dreh raus und schaffte es, den Quadcopter immerhin ruhig in der Luft zu halten. Und das ist um einiges schwieriger, als es tönt. Denn mit sanften Bewegungen muss fortlaufend die Ausrichtung der Drohne korrigiert werden.

Nach 1,5 Stunden Übung war es Zeit, den nächsten Schritt zum Rennpiloten in Angriff zu nehmen. Die Aufgabe: Die Drohne mit einer sogenannten FPV-Brille aus einer neuen Perspektive zu steuern. Die Brille überträgt das Kamerasignal in Echtzeit an den Piloten. So erhält man den Eindruck als würde man in einem fiktiven Cockpit sitzen. Das heisst: Der Pilot hat keinen direkten Sichtkontakt mehr zum Quadcopter, weshalb eine weitere Person den Flug überwacht und bei Bedarf eingreift.

Huiuiuiuiuiui!

Mit der FPV-Brille abzuheben, ist schwindelerregend. Es fehlt die Orientierung. Was nicht hilft, ist, dass das Videosignal analog ist und das Bild darum aussieht wie von einer Überwachungskamera aus den 90er-Jahren. Nach zwei Minuten ist das Spektakel zu Ende. Der Akku ist leer. Der Adrenalinspeicher des Neo-Piloten genauso. Fazit: Das Fliegen mit der Renndrohne ist zwar anspruchsvoll und braucht viel Übung, macht aber gigantischen Spass.

20 Minuten hat die Flugversuche in der Eulachhalle in Winterthur absolviert. Dort vermitteln Mitarbeiter von Dracer Anfängern das Know-how zum relativ jungen FPV-Racing-Sport. Laut Yann Oeffner, CEO der European Rotor Sports Association, ist es die erste Schule dieser Art in Europa.

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