Aktualisiert 06.06.2011 18:37

GP in Bahrain

Renntag soll zum Tag des Zorns werden

Die Kritik bezüglich der Austragung des Formel-1-Rennens in Bahrain wird immer massiver. Der britische Sportminister Hugh Robertson warnt vor einem «Desaster».

Die Sicherheitsbedenken bezüglich der Neuansetzung des GP von Bahrain wachsen. (Bild: Keystone)

Die Sicherheitsbedenken bezüglich der Neuansetzung des GP von Bahrain wachsen. (Bild: Keystone)

Laut Robertson ist mit Protesten am Rande des Grand Prix am 30. Oktober zu rechnen. «Und das ist eine Gefahr», sagte der Brite der Zeitung «Daily Telegraph» am Montag. Politik dürfe nicht über den Sport bestimmen. «Wenn das passiert, führt das zum Desaster.»

Zuvor hatte der Präsident des Zentrums für Menschenrechte in Bahrain, Nabeel Rajab, vor Aufruhr gewarnt. «Die Menschen sind erschüttert und haben am Renntag zum Tag des Zorns aufgerufen, um in jeder Stadt Bahrains ihren Ärger über die Regierung kundzutun», sagte Rajab. Er vermutet reine Profitgier hinter dem Entscheid des Motorsport-Weltrats, den zuvor abgesagten Grand Prix in Sakhir nun doch auszutragen. «Es ist sehr traurig zu hören, dass Profitstreben und wirtschaftliche Interessen einen höheren Stellenwert haben als die Menschenrechte in dieser Region», so Rajab.

Kopfschütteln im Fahrerlager

Der Beschluss vom vergangenen Freitag, doch noch in diesem Jahr im jüngst von blutigen Unruhen erschütterten Bahrain fahren zu wollen, sorgt auch im Fahrerlager immer mehr für Kopfschütteln. Williams-Fahrer Rubens Barrichello verlangte im Namen aller Kollegen auf der brasilianischen Internetseite «Totalrace» Gewissheit über die Sicherheit. «Alle Fahrer haben Bedenken und wollen Sicherheit», sagte der Sprecher der Fahrervereinigung GPDA. «Natürlich müssen wir alle mehr reisen und arbeiten. Die Teams haben insgesamt mehr zu tun. Aber das, was für uns Fahrer wirklich zählt, ist die Sicherheit. Der Rest interessiert nicht», so Barrichello.

FIA hält sich Hintertür offen

Unterdessen hält sich der Automobil-Weltverband (FIA) offenbar eine Hintertür offen. «Wenn wir klare Beweise dafür haben, dass eine riskante Situation vorliegt, wird das sicher berücksichtigt werden», meinte Präsident Jean Todt gegenüber der BBC. Für die Kritik an der FIA zeigte der Franzose aber nur bedingt Verständnis. Der Entscheid für eine Neuansetzung des Rennens sei nach Unterredungen mit Menschenrechtsorganisationen gefällt worden, erklärte Todt. «Wir haben mit einigen Leuten gesprochen, ehe der Vorschlag einstimmig angenommen wurde.»

(si)

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