Renschler soll den Stern polieren

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Renschler soll den Stern polieren

Andreas Renschler ist auf der Karriereleiter einen gewaltigen Schritt nach oben geklettert: Der 46-jährige Schwabe wird neuer Nutzfahrzeugvorstand bei DaimlerChrysler.

Er übernimmt damit den Posten von Eckhard Cordes, der die Sparte in den vergangenen Jahren saniert hat und seinem Nachfolger ein gut bestelltes Feld hinterlässt. Renschler gilt als Zögling von Konzernlenker Jürgen Schrempp. Als Smart-Chef hat er den Kleinwagen nach einer Serie von Pannen seit 1999 auf Erfolgskurs gebracht.

Vor kurzen wurde Renschler von Schrempp mit einer besonders heiklen Mission beauftragt: Er war federführend für die Ausarbeitung eines Sanierungsplans für den angeschlagenen japanischen Partner Mitsubishi Motors zuständig. Als DaimlerChrysler Ende April schliesslich zu dem Schluss kam, dass sich dort immer neue Milliardenlöcher auftaten, drehte der deutsch-amerikanische Autobauer den Japanern kurzerhand den Geldhahn zu.

Renschler gehört zu den Troubleshootern bei DaimlerChrysler. Er brachte die Marke Smart, der bereits kurz nach dem Start das Aus drohte, auf Erfolgskurs. Der Kleinwagen hatte damals wie sein grösserer Bruder, die A-Klasse, den Elchtest nicht bestanden.

Renschler ist ein Mann für heikle Missionen. Schon früh fiel er seinem Vorstandschef Schrempp auf. Seine ersten Sporen verdiente er sich beim Aufbau des ersten Mercedes-Werks in den USA. Er war von 1993 bis 1997 für die M-Klasse zuständig, die in Tuscaloosa im US-Staat Alabama vom Band rollt. Damals hatte er Entwicklung, Produktion, Einkauf und das Marketing weltweit unter sich.

Der Vater von zwei Kindern ist ebenso wie sein Amtsvorgänger Cordes ein typisches DaimlerChrysler-Eigengewächs. Zuerst machte er eine Lehre als Bankkaufmann, dann studierte er an der Fachhochschule in Esslingen Wirtschaftsingenieurwesen. Dann machte Renschler zwischen 1984 und 1987 noch ein Betriebswirtschaftsstudium in Tübingen. 1988 trat er dann in die frühere Daimler-Benz AG in Sindelfingen ein. Zuerst war er im Bereich Organisation und Datenverarbeitung tätig. Dann kletterte er zügig die Karriereleiter nach oben.

Bevor Renschler Smart-Chef wurde, gab er noch ein kurzes Gastspiel als Verantwortlicher für die weltweite Personalentwicklung des deutsch-amerikanischen Autobauers. Unter seiner Ägide als Smart-Chef wurde die Marke ausgebaut, kamen der Viersitzer ForFour und auch der Roadster auf den Markt. Ausserdem brachte der Schwabe das Tochterunternehmen mit Sitz in Böblingen der Gewinnschwelle näher. (dapd)

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