Rentner nach Einbruch totgeschlagen
Aktualisiert

Rentner nach Einbruch totgeschlagen

Wegen Raubmord an einem 79-jährigen Rentner hat ein Berner Gericht einen 31-jährigen Mann aus Serbien-Montenegro zu einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe verurteilt. Der Mann hatte den Rentner im August 2003 bei einem Einbruch in Roggwil getötet.

Das Kreisgericht Aarwangen verurteilte den Mann am Dienstag auch wegen weiterer schwerer Delikte wie mehrfach qualifizierten Raubes, Diebstahls, Sachbeschädigung, Hehlerei und illegalen Aufenthaltes in der Schweiz zur Höchststrafe. Überdies verhängte es einen Landesverweis von 15 Jahren.

Verräterische DNA-Spur

Der mehrfach vorbestrafte Mann war nicht geständig. Trotzdem bestand für das Gericht kein Zweifel an seiner Täterschaft zusammen mit mindestens einem Komplizen. Zentraler Beweis stellte eine DNA- Spur des Täters und des Rentners an einer Schere dar, die am Tatort nahe beim Kopf des Opfers gefunden wurde.

Eine Spitex-Angestellte hatte das Opfer am Morgen nach dem Einbruch tot in seiner Wohnung gefunden. Der Rentner war gefesselt und geknebelt worden. Gestorben war er schliesslich an Verletzungen des Brustkorbes, welche ihm die Täter mit Tritten und Faustschlägen zugefügt hatten.

Dichter Indizienteppich

Für das Gericht war eine fehlerhafte DNA-Auswertung ausgeschlossen, wie sie von der Verteidigung ins Feld geführt worden war. In Frage stellte es das angebliche Alibi des Täters, der behauptete, zur Tatzeit im Ausland gewesen zu sein: Es sei alles andere als wasserdicht und vermöge den Spurenbeweis nicht annähernd in Frage zu stellen.

Der Täter, laut Gerichtspräsident ein «ganz schwerer Junge», sei skrupellos, gefühlskalt und egoistisch vorgegangen und das betagte Opfer habe für eine Nichtigkeit einen grauenvollen Tod erleiden müssen. Das ganze deliktische Verhalten des Mannes sei geprägt gewesen von Professionalität, Brutalität und Rücksichtslosigkeit.

Ein Toter und 280 000 Franken Beute

Die Verbrechenserie beging der Mann zusammen mit Komplizen in mehreren Kantonen der Nordwestschweiz. Die Deliktsumme liegt bei rund 280 000 Franken.

Zuvor war er aus dem Kosovo geflohen, weil er nicht in die Armee einrücken wollte. In Deutschland, wurde er straffällig und delinquierte dort zehn Jahre lang regelmässig, 2002 flüchtete er in die Schweiz, im Mai 2004 konnte er im Kanton Bern verhaftet werden.

Im vorzeitigen Strafvollzug wurde er in Sicherheitshaft versetzt, weil er sich an einem Ausbruchkomplott beteiligt haben soll.

(sda)

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