Rentner tötet kranke Ehefrau
Aktualisiert

Rentner tötet kranke Ehefrau

Der 83-Jährige, der im April 2005 seine demenzkranke 84-jährige Frau erdrosselt hat, wird wegen Totschlags angeklagt.

Wie die Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte, gibt es Hinweise darauf, dass die Version des geplanten Doppelselbstmords nicht stimmt.

Der 83-Jährige hatte im April sebst die Polizei gerufen, nachdem er seine Frau erdrosselt hatte. Er erklärte, seine demenzkranke Frau und er hätten gemeinsam aus dem Leben scheiden wollen. Nachdem er ihr beim Suizid geholfen habe, habe er versucht, sich selbst die Pulsadern aufzuschneiden.

Nachdem das nicht zu seinem Tod geführt habe, sei er nicht mehr in der Lage gewesen, sein Vorhaben fortzuführen. Aufgrund der Spurenlage gehen die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft jedoch davon aus, dass die Ehefrau sich wehrte und letztlich nicht freiwillig aus dem Leben schied.

Kein Mord

Deshalb lautet der Anklagevorwurf auf Totschlag. Der ursprüngliche Verdacht des heimtückischen Mordes wurde durch die Ermittlungen nicht erhärtet. Der Mann befand sich wegen Suizidgefahr zunächst in einem psychiatrischen Krankenhaus, anschliessend in Untersuchungshaft.

Zu den Fragen, ob die Ehefrau überhaupt noch zu einer freien Willensbildung fähig war und ob bei dem Tatverdächtigen möglicherweise eine Einschränkung der Schuldfähigkeit in Betracht kommt, wurde ein psychiatrischer Sachverständiger zu Rate gezogen. Ein Termin für die Verhandlung vor dem Schwurgericht des Landgerichts Konstanz ist noch nicht bestimmt.

(sda)

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