Hiobsbotschaft: Reparatur des Öl-Lecks dauert drei Monate
Aktualisiert

HiobsbotschaftReparatur des Öl-Lecks dauert drei Monate

Es könnte August werden, bis das Öl-Leck vor der US-Küste dauerhaft abgedichtet ist. So lange braucht BP, um einen zweiten Zugang ins Ölfeld zu bohren.

von
jcg

Mit einem «Nebenzugang» zur ursprünglichen Ölquelle soll Druck vom Leck am Meeresgrund genommen und so der unkontrollierte Ausfluss momentan 800 000 Litern pro Tag gestoppt werden. Am Sonntag hätten die Bohrungen dafür begonnen, teilte BP am Dienstag in London mit. Dies sei ein «entscheidender Schritt, um den Öl-Ausfluss dauerhaft zu stoppen», sagte BP-Chef Tony Hayward am Dienstag. Die Bohrung geht demnach bis zu vier Kilometer unter den Meeresgrund und dauert «rund drei Monate».

In der Zwischenzeit tue BP alles, «um den Öl-Ausfluss am Meeresgrund zu kontrollieren, das Öl auf hoher See zu bekämpfen und die Küsten in einem massiven Aufwand zusammen mit den Behörden und lokalen Gemeinden zu schützen», sagte Hayward.

Zugleich habe BP einen zweiten Versuch gestartet, das Öl nahe des ursprünglichen Lecks am Meeresboden mit speziellen Chemikalien zu vermischen, damit sich das Öl «natürlich zersetze». Ausserdem soll in «etwas mehr als einer Woche» mit der Installation einer Kuppel begonnen werden, die das Öl ableiten soll. Am Meeresgrund sind weiter acht Unterwasser-Roboter im Einsatz.

Druck auf BP wächst

Mit jedem Tag wächst der Druck auf BP, der die Ölbohrung auf der gesunkenen Bohrinsel «Deepwater Horizon» veranlasst hatte. US-Präsident Barack Obama hatte den Konzern am Sonntag in scharfem Ton für die Ölpest verantwortlich gemacht und bekräftigt, BP werde die Rechnung dafür bezahlen.

Das Unternehmen BP erklärte, dass es seine Verantwortung wahrnehmen und für den entstandenen Schaden einstehen werde. Es sei aber noch zu früh, die Gesamtkosten des Unglücks abzuschätzen. Gleichzeitig schob BP die Schuld am Unglück auf Transocean.

«Die Plattform gehörte Transocean und wurde von ihnen betrieben», hatte BP-Chef Tony Hayward am Montag gegenüber dem TV-Sender NBC gesagt. «Es ist ihre Ausrüstung, die kaputtgegangen ist.» Transocean hat seinen Sitz in Zug und ist an der Schweizer Börse SIX kotiert.

Die Ölplattform «Deepwater Horizon» war am 20. April explodiert und gesunken. Seitdem bedroht eine Ölpest die amerikanische Südküste. (jcg/sda)

Deine Meinung