Reporter schmuggelt Bombenmaterial in britisches Parlament

Aktualisiert

Reporter schmuggelt Bombenmaterial in britisches Parlament

Einen Tag nach dem Eindringen von Befürwortern der Fuchsjagd ins britische Unterhaus hat ein Journalist nach Angaben eines Zeitungsberichts Material zum Bau einer Bombenattrappe ins Parlament geschmuggelt.

Wie die Boulervardzeitung «Sun» berichtete, gelangte ihr Reporter Anthony France mit einer Tasche voller Kabel, Batterien sowie einem Zeitschalter und Plastik, das an Plastiksprengstoff erinnere, unbehelligt in den Sicherheitsbereich.

France habe zuvor verdeckt als Kellner in einem Restaurant des Parlaments gearbeitet, berichtete das Blatt weiter. Den Job bekam er laut «Sun» vor drei Wochen nach der Vorlage falscher Papiere.

Als Angestellter habe er ungehindert «rund um das Parlament» laufen können, schrieb France in seinem Bericht. Mit seinem falschen Bombenmaterial sei er bis in eine Toilette gelangt, die nur 20 Meter vom Parlamentssaal entfernt sei.

Premierminister Tony Blair hatte nach dem Vorfall mit den Fuchsjagd-Aktivisten eine Überprüfung der Sicherheitsmassnahmen angekündigt. Das bislang lediglich schwach geschützte Parlament wurde am Donnerstag von bewaffneten Polizisten bewacht.

Die konservative Opposition beklagte gravierende Sicherheitslücken im Parlament und warnte davor, dass «Terroristen» durch den Zwischenfall ermuntern würden.

Die fünf Protestierer hatten am Mittwoch das Parlamentsgebäude offenbar durch den Haupteingang betreten und dazu ein gefälschtes Einladungsschreiben vorgelegt. Möglicherweise wurden sie dann von jemandem zu einer Treppe gebracht, der einen Parlamentsausweis besass, und huschten anschliessend an Türstehern vorbei.

(sda)

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