Aktualisiert 09.01.2014 15:10

Brücke gesperrtRepublikaner verursachten aus Rache Mega-Stau

Er gilt als Hoffnungsträger der Republikaner für 2016. Doch jetzt holt ein Skandal Chris Christie ein: Aus Rache inszenierten seine Mitarbeiter einen Verkehrsinfarkt.

von
bat

Es sind Methoden wie in einem Gangster-Film, die sich Mitarbeiter des US-Republikaners und Hoffnungsträgers Chris Christie ausgedacht haben. Letzten Herbst suchte die Stadt Fort Lee im Bundesstaat New Jersey ein regelrechtes Verkehrschaos heim: Damals wurden plötzlich mehrere Spuren der wichtigen George-Washington-Brücke gesperrt. Wegen der Sperrung kamen unter anderem Kinder an ihrem ersten Schultag zu spät, die Stadt war kaum noch erreichbar.

Warum die Spuren dichtgemacht wurden, war damals unklar. Es gab keine Baustelle, und andere schlüssige Gründe konnten bislang nicht gefunden werden.

Doch jetzt beweisen der E-Mail- und SMS-Verkehr von Christies Funktionären, dass das Verkehrschaos mutwillig herbeigeführt wurde. Wie die «New York Times» berichtet, hat Bridget Anne Kelly, Vize-Chefin seines Stabes, eines Kollegen der zuständigen Behörde, David Wildstein, ein brisantes E-Mail geschrieben. Die Botschaft lautete: «Es ist Zeit für Verkehrsprobleme in Fort Lee.» «Alles klar», lautete Wildsteins Antwort.

In einem anderen Mail wandte sich ein anderer Beamter des Christie-Stabes an Wildstein mit den Worten: «Die Kinder tun mir ein bisschen leid.» Wildstein hatte dafür aber wenig Verständnis: Ihre Eltern seien ja eh Wähler der Demokraten, schrieb er zurück.

Ein Racheakt an einem Demokraten

Diese Mails zeigen: Es handelte sich offenbar um einen Racheakt. Der Bürgermeister von Fort Lee, Mark Sokolich, unterstützte in der bevorstehenden Gouverneurswahl die Kandidatin seiner eigenen Demokratischen Partei und nicht Christie. Man wollte ihm deshalb wohl einen Denkzettel verpassen.

Christie selber will von dem allem nichts gewusst haben. «Ich bin ausser mir und zutiefst traurig, dass nicht nur ich von einem Mitglied meines Teams in die Irre geführt wurde, sondern dass diese unangebrachte und unbestrafte Tat hinter meinem Rücken passierte», so Christie in einem Statement. Eines sei klar: «Dieses Verhalten ist inakzeptabel und wird nicht toleriert werden. Die Menschen in New Jersey haben Besseres verdient.» Doch dass Christie tatsächlich nichts gewusst hat, bezweifeln seine politischen Gegner.

Wildstein musste Sessel räumen

So verlangt unter anderem Bürgermeister Sokolich in der «Huffington Post», dass sich die Verantwortlichen «bei Tausenden von Familien entschuldigen müssen, welche ihre Kinder nicht zur Schule bringen konnten, oder bei Menschen, die auf die Ambulanz warten mussten».

Erste personelle Folgen hatte der Skandal bereits. So mussten zwei Verkehrsbeamte – darunter auch Wildstein – ihre Posten räumen. Und auch für Kelly könnte es eng werden. Was politisch an Christie selber hängen bleibt, wird sich noch zeigen.

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