Aargau: «Respektloses Niveau» in der Politik
Aktualisiert

Aargau«Respektloses Niveau» in der Politik

Die drei abtretenden Aargauer Regierungsräte haben in ihren Reden vor dem Grossen Rat auf ihre politische Arbeit zurückgeblickt. Besonders Kurt Wernli las den versammelten Politikern die Leviten.

Regierungsrat Kurt Wernli stellte in seiner Abschiedsrede fest, der Politstil habe sich in den letzten zehn Jahren geändert. Leider würde heute von «Feinden» gesprochen. Unter den Grossräten und zwischen dem Parlament, der Regierung und der Verwaltung werde teilweise von «einem Feindbild» ausgegangen.

«Der Politstil ist teilweise auf ein respektloses Niveau gesunken», sagte Wernli. Der Stil sei geprägt von «egozentrischen Auswüchsen». Er hege jedoch die Hoffnung, «dass wir alle uns wieder auf menschliche Werte besinnen», sagte der parteilose Regierungsrat.

Ziel ist die Lösung

Zwar wirkten unterschiedliche Meinungen befruchtend. Das Ziel müsse jedoch sein, eine Lösung oder mindestens einen Kompromiss zu erarbeiten. Dabei sei gegenseitiger Respekt und Achtung vor andersdenkenden Menschen notwendig.

Grossratspräsident Walter Markwalder (SVP) bezeichnete Wernli in einer Würdigung als «geborenen Politiker» und als «Macher». Mit seinem Ausscheiden aus der Regierung gehe für den Kanton «viel Wissen und Erfahrung verloren».

Huber: Bildungswert erkannt

Der politische Aargau habe die Bedeutung der Bildung für die Zukunft der Gesellschaft und Gesellschaft erkannt, sagte Bildungsdirektor Rainer Huber (CVP). «Sparen Sie nicht an der Zukunft unserer Jugend», rief der vom Volk abgewählte Regierungsrat den Grossräten zu.

Dem neuen Parlament und der neuen Regierung wünsche er gehaltvolle Diskussionen, «welche bei allen gegensätzlichen Positionen von gegenseitiger menschlicher Achtung und Respekt geprägt sind». Der Aargau komme nur voran, «wenn wir unsere Kräfte gemeinsam einsetzen».

Grossratspräsident Markwalder beschrieb Huber in einer Würdigung als «zielgerichteten Schaffer» und als «hartnäckigen Fighter». Mit grossem Elan und Ehrgeiz habe er versucht, seine Ziele zu erreichen.

Hasler: im Dienste der Öffentlichkeit

Regierungsrat Ernst Halser (SVP) wies in der Abschiedsrede auf die grosse Bedeutung des föderalen, politischen Milizsystems hin. Er hoffe, es sei ihm gelungen, mit seiner Arbeit im Dienste der Öffentlichkeit einen Beitrag zur positiven Entwicklung des Aargaus zu leisten. Er sei zu Dank verpflichtet, sagte Hasler.

Grossratspräsident Markwalder erinnerte in seiner Würdigung auf die berufliche Umstellung von Hasler. Dieser sei vom Unternehmer mit eigenem Baugeschäft zum Spezialisten im Gesundheits- und Sozialwesen geworden, sagte Markwalder. Seine Entscheide seien immer wohldurchdacht und sorgfältig vorbereitet gewesen.

(sda)

Deine Meinung