Swiss Overshoot Day: Ressourcen aufgebraucht – ab heute lebt die Schweiz auf Pump
Publiziert

Swiss Overshoot DayRessourcen aufgebraucht – ab heute lebt die Schweiz auf Pump

Die Schweiz hat die jährlich verfügbare Menge an natürlichen Ressourcen, die sich wieder erneuern, aufgebraucht. Auch wenn sich der «Overshoot Day» Jahr für Jahr weiter nach hinten schiebt, braucht die Schweiz derzeit immer noch das 4,4-fache ihrer Biokapazität.

von
Benedikt Hollenstein
1 / 6
Wie der WWF in seiner Mitteilung schreibt, hat die Schweiz am 13. Mai den «Overshoot Day» erreicht.

Wie der WWF in seiner Mitteilung schreibt, hat die Schweiz am 13. Mai den «Overshoot Day» erreicht.

Tamedia AG
So wird der Tag bezeichnet, ab dem alle eigentlich verfügbaren Ressourcen aufgebraucht sind und auf Kosten künftiger Generationen gelebt wird.

So wird der Tag bezeichnet, ab dem alle eigentlich verfügbaren Ressourcen aufgebraucht sind und auf Kosten künftiger Generationen gelebt wird.

Tamedia AG
Zwischen den einzelnen Ländern bestehen teilweise grosse Unterschiede, was den «Overshoot Day» angeht.

Zwischen den einzelnen Ländern bestehen teilweise grosse Unterschiede, was den «Overshoot Day» angeht.

overshootday.org

Darum gehts

  • Die Schweiz hat das eigentliche Budget an natürlichen Ressourcen für 2022 aufgebraucht.

  • Der «Overshoot Day» bezeichnet den Tag, ab dem ressourcenmässig auf Kosten der nächsten Generation gelebt wird.

  • Würden alle Personen so leben wie die Schweizer Bevölkerung, so wären die Ressourcen von drei Erden notwendig.

Die Schweiz hat alle eigentlichen Ressourcen, die ihr für das Jahr 2022 zur Verfügung stehen, aufgebraucht. Dies schreibt der WWF Schweiz in einer Mitteilung. Um eine nachhaltige Regeneration von Ressourcen wie Energie, Acker-, Wald- und Weideflächen zu gewährleisten, müsste die Nutzung dieser Ressourcen nun eigentlich gestoppt werden. Zwar verschiebt sich der «Swiss Overshoot Day» jährlich weiter nach hinten, von Ländern wie Kuba, Indonesien oder Jamaica, die den Stichtag jeweils im November oder Dezember erreichen, ist die Schweiz jedoch noch weit entfernt.

WM-Gastgeber auf dem ersten Platz

Es geht aber auch noch schlechter: Trauriger Spitzenreiter auf der Liste ist Katar: Das Land, in dem im Winter 2022 bei drückender Hitze die WM stattfinden wird, hatte am 10. Februar dieses Jahres bereits alle eigentlichen Ressourcen verbraucht, die bis Ende Jahr zur Verfügung stehen. Mit Luxemburg, dessen «Overshoot Day» nur vier Tage später war, hat es auch ein europäisches Land in die Top 3 geschafft. Knapp dahinter finden sich mit Kanada und den USA, deren natürliche Rohstoffe laut Overshootday.org am 13. März aufgebraucht waren, die ersten grösseren Länder.

Ab heute lebt die Schweiz also nun auf Kosten künftiger Generationen und des Planeten. Der WWF ruft deshalb alle Schweizerinnen und Schweizer dazu auf, ihren ökologischen Fussabdruck zu messen. Auch Massnahmen wie weniger fliegen, weniger Fleisch essen oder alte Öl- oder Gasheizungen durch nachhaltigere Heizsysteme zu ersetzen, können laut der Umweltschutzorganisation helfen, weniger Ressourcen zu verbrauchen.

Welt lebt auf Pump

Klar ist: In punkto Nachhaltigkeit leben Personen in der Schweiz auf viel zu grossem Fuss. Würde die ganze Weltbevölkerung so viele Ressourcen benötigen wie die Schweiz, so wäre die Menschheit auf drei Planeten angewiesen, um ihren Rohstoffbedarf zu decken. Auch gesamthaft gesehen lebt die Weltbevölkerung besser, als dies die Vorräte an Ressourcen auf lange Sicht zulassen: Weltweit liegt die Biokapazität, also die Kapazität von Ökosystemen, nützliche Materialien zu produzieren und Abfälle zu absorbieren, bei 1,6. Bei einem Wert von 1 würden sich die Produktion der Natur und der Konsum der Bevölkerung ausgleichen.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

72 Kommentare