14.01.2020 14:12

Bier gegen FellRestaurant bietet Fell-Dieb Alkohol-Deal an

In einem Luzerner Restaurant wurden mehrere exquisite Schafsfelle gestohlen. Nun will sie der Wirt zurück – und macht dem Dieb ein ungewöhnliches Angebot.

von
mme
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Solche Felle wurden in der Jazzkantine geklaut. Sie stammen von alpinen Steinschafen aus Salzburg und sind um einiges teurer als herkömmliche Schafsfelle.

Solche Felle wurden in der Jazzkantine geklaut. Sie stammen von alpinen Steinschafen aus Salzburg und sind um einiges teurer als herkömmliche Schafsfelle.

Jazzkantine
Nun läuft auf Facebook eine Fell-Fahndung.

Nun läuft auf Facebook eine Fell-Fahndung.

FB
Wirt Sylvan Müller (rechts) hofft, dass er seine Felle wieder zurück bekommt. Humorvoll wandte sich die Jazzkantine auf Facebook an den Dieb. Dort heisst es: «Gell, lieber Dieb, unsere Felle sind schön kuschelig...?»

Wirt Sylvan Müller (rechts) hofft, dass er seine Felle wieder zurück bekommt. Humorvoll wandte sich die Jazzkantine auf Facebook an den Dieb. Dort heisst es: «Gell, lieber Dieb, unsere Felle sind schön kuschelig...?»

Jazzkantine

Die Gäste schätzten die wärmenden Felle, welche die Jazzkantine am Graben in Luzern ihnen in der kalten Jahreszeit im Aussenbereich anbietet. Doch aktuell müssen die Gäste draussen frieren: Die Jazzkantine sieht sich mit einem Fell-Fall konfrontiert – ein Dieb hat mehrere der Felle gestohlen.

Laut Wirt Sylvan Müller handelt es sich nicht um irgendwelche Felle. Sondern um solche von alpinen Steinschafen aus Salzburg, die er von seinem Buch «Das kulinarische Erbe der Alpen» kenne. Es sei schwierig, solch nachhaltige Schaffelle aufzutreiben, die meisten solchen Felle stammten aus fragwürdiger Tierhaltung aus China, Neuseeland oder Australien, «darum sind die auch so billig», so Müller. Seine nachhaltigen Felle hingegen seien teurer als normale Schafsfelle. «Wir arbeiten in der Küche mit nachhaltigen Produkten von regionalen Produzenten, da können wir es uns gar nicht leisten, draussen irgendwelche Billig-Felle hinzulegen», sagt Müller. Umso grösser sei der Ärger, dass seine Felle nun weg seien.

«Wir belohnen Dich mit Bier»

Natürlich rechne er als Gastronom damit, dass Dinge weggkommen, «es gibt viele solche dreisten Taten». Auf Facebook wählte man dennoch eine humorvolle Tonalität, um sich an die Täterschaft zu wenden. Das beginnt sogar in der Anrede im Post: «Gell, lieber Dieb, unsere Felle sind schön kuschelig...?» Und dem Dieb winkt sogar eine Belohnung: «Wenn Du die Felle zurückbringst, kannst Du auch gerne behaupten, Du hättest sie irgendwo gefunden, dann belohnen wir Dich sogar mit einem grossen Bier», heisst es auf Facebook.

Müller ist guter Dinge, dass er seine Felle wieder erhält. Eine Freundin von ihm führe in Zürich eine Beiz, dort sei ein Figürchen geklaut worden. «Nach einer Facebook-Fahndung hat es der Dieb reumütig zurückgebracht.» Nun ist Müller gespannt, ob auch der Fell-Fall dank Facebook gelöst wird.

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