25.04.2019 18:17

Stadt ZürichRestaurant-Gäste müssen 2 Franken fürs WC zahlen

Auf dem Bauschänzli müssen Gäste, die auf die Toilette wollen, neu zahlen. Das kommt nicht bei allen gut an.

von
mon
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WC-Ärger auf dem Bauschänzli: Wer auf die Toilette will, muss neu zwei Franken zahlen.

WC-Ärger auf dem Bauschänzli: Wer auf die Toilette will, muss neu zwei Franken zahlen.

Keystone/Gaetan Bally
Die Gäste sollen davon wenig begeistert sein.

Die Gäste sollen davon wenig begeistert sein.

Keystone/Gaetan Bally
Die Candrian-Gruppe, die seit diesem Frühling neu das Bauschänzli führt, ist trotzdem von der Idee überzeugt.

Die Candrian-Gruppe, die seit diesem Frühling neu das Bauschänzli führt, ist trotzdem von der Idee überzeugt.

Keystone/Gaetan Bally

Gäste auf dem Bauschänzli nahe der Quaibrücke sind verärgert. Seit neustem müssen sie zwei Franken bezahlen, wenn sie aufs WC wollen. Dafür wurde extra ein Automat mit einem Drehkreuz eingerichtet.

Zwar erhalten die Gäste einen 2-Franken-Bon, der im Take-away- oder Selbstbedienungsbereich eingelöst werden kann. Doch das Problem ist, dass die meisten Gäste oft erst nach dem Essen auf die Toilette gehen und da schon konsumiert haben. Bargeld dürfen die Mitarbeiter keines auszahlen.

«Das ist der Gipfel»

«Jetzt habe ich mit meiner Frau für knapp 100 Franken konsumiert und muss nun noch 2 Franken für das WC bezahlen. Das ist der Gipfel!», sagt ein Mann zum «Tages-Anzeiger». Die Candrian-Gruppe, die seit diesem Frühling neu das Bauschänzli führt, ist trotzdem von der Idee überzeugt.

Geschäftsleitungsmitglied Claudio Bieri betont, dass man nicht mehr als die Stadt für ihre Züri-WCs verlange. Zudem nennt er zwei Gründe, warum man sich für das Bonsystem entschieden hat.

Stadt hat keine Einwände

Da die Stadt die Besitzerin des Grundstücks ist, sei das Bauschänzli grundsätzlich ein öffentlicher Raum. Dieser müsse für alle zugänglich sein und nicht nur für die Kundschaft. So sind die Vorgaben der Stadt, sagt Bieri. «Unsere Hauptverpflichtung ist es, die ganze Insel in einem sauberen und aufgeräumten Zustand zu halten, auch die WC-Anlagen.» Passanten, die nicht auf dem Bauschänzli konsumieren, aber trotzdem die Toilette benützen, sollen auch dafür bezahlen.

Zudem werde die Toilette nicht nur von Passanten und Gästen benutzt. Auch Touristen, die auf den Carparkplätzen in der Nähe abgeladen werden, gehen auf dem Bauschänzli aufs WC. Dabei zwischen konsumierenden und nicht konsumierenden Gästen zu unterscheiden, sei laut Bieri vor allem an gut besuchten Tagen sehr schwierig. Auch das System mit einem Nummerncode komme nicht in Frage. Der Code werde unter den Cartouristen rasch weitergegeben.

Wie die Verantwortlichen der Liegenschaften Stadt Zürich (LSZ) sagen, sei man über das neue System auf dem Bauschänzli informiert – man habe keine Einwände.

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